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Führungsfehler

Pappi und seine Kinder

Kolumne. „Hurra, wir digitalisieren!“, rief der Geschäftsführer. Flugs scharte er eine Truppe begeisterter Millennials um sich.

Er nannte sie „meine Kinder“. Das passte gut: Sie waren jung, ihre Augen leuchteten und sie waren digital voll auf Zack. Er war im richtigen Vater-Alter. Solche Kinder wünscht man sich.

Asap setzten sie Projekte auf. Organisierten Software, erfanden neue Prozesse, tauchten tief in ihre Welt ein. Bald sprachen sie eine digital-agile Sprache, die niemand sonst verstand.

Die anderen Mitarbeiter, die nicht ganz so jungen, verloren den Faden. „Wovon reden die?“ fragten sie. Den euphorischen Einführungen konnten sie nicht folgen, weil ihnen die Grundlagen fehlten. Pappi gab sie ihnen nicht. Sie fielen zurück.

Bis Pappi fand, dass sie altes Eisen waren, und einen nach dem anderen herausbosste (das Gegenteil von Mobbing. Es geht von oben aus). Letztlich tauschte er fast die ganze Belegschaft aus.

Nicht, weil sie den Anschluss nicht geschafft hätten. Sondern weil er ihnen die Chance nahm.

Er hatte jetzt neue Kinder.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen und Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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