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Führungsfehler

Wenn keiner mehr kann

Kolumne. Dieser „Führungsfehler“ stammt von unserer früheren „Karriere“-Kollegin Cornelia Holzbauer, die jetzt in New York lebt. Dort läuft auch nicht alles rund.

Eine kleine PR-Agentur in New York City. Sie besteht aus drei Leuten, die jetzt alle zu Hause arbeiten. Es regnet Presseanfragen, alle haben dasselbe Thema: Corona und seine Auswirkungen.  

Das Team arbeitet in 14-Stunden-Schichten, ohne Pause, ohne vom Laptop aufzuschauen. Und der Chef? Kein Lob, kein Danke. Stattdessen jammert er: „Ich kann nicht mehr. Ich bin müde. Ich mag nicht mehr.“

„Was ist los mit ihm?“, fragt die eine Kollegin die andere. „Ich will motiviert werden, nicht heruntergezogen!“ An diesem Tag fällt die Arbeit besonders schwer.  

Am nächsten – Zufall – bekommt die eine Kollegin eine Migräneattacke. Sie holt sich den Laptop ins Bett, versucht mit zusammengekniffenen Augen, den Bildschirm zu lesen. Viel bringt sie nicht voran.

Um zehn Uhr schon die Nachricht vom Chef: „Was ist los mit dir? Ich habe nichts von dir gelesen.“ „Ich habe Migräne“, schreibt die Kollegin zurück, „mir zerspringt der Kopf. Ich kann heute nicht.“

Prompt kommt die Antwort vom Chef: „Reiß dich zusamen. Und nimm ein paar Tabletten!“

Ja, liebe Chefs: Auch wenn es euch gerade selbst nicht gut geht – jetzt müsst ihr motivieren, was das Zeug hält. Aber wenn es ernst ist, auch mal lockerlassen.

 

Das Management. Unendliche Möglichkeiten für Führungsfehler. Wenn Sie einen solchen loswerden wollen, schreiben Sie an: andrea.lehky@diepresse.com

Ähnlichkeiten mit realen Personen und Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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