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Coronakrise

USA: Einigung auf zwei Billionen Dollar Hilfspaket

Sobald die Krise ausgestanden sei, werde die US-Wirtschaft rasch wieder wachsen, verspricht Donald TrumpREUTERS
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Mit dem "größten und mutigsten" Paket der US-Geschichte könnten die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden, sagt der US-Präsident. 60 Prozent der Infektionen in den USA stammen aus New York.

Die US-Regierung hat sich nach eigenen Angaben mit dem Senat auf ein Hilfspaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie geeinigt. "Wir haben ein Abkommen", sagte Präsidialamtssprecher Eric Ueland am Mittwoch. Das von Kongress und Regierung vorbereitete Konjunkturpaket hat nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Volumen von rund zwei Billionen Dollar (1,9 Billionen Euro). Das entspräche fast zehn Prozent der US-Wirtschaftsleistung.

Mit diesem "größten und mutigsten" Paket der US-Geschichte könnten die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden, so Trump. Sobald die Krise ausgestanden sei, werde die US-Wirtschaft rasch wieder wachsen, versprach er. Das von beiden großen Parteien ausgehandelte Konjunkturpaket sollte noch am Dienstag (Ortszeit) vom Senat verabschiedet werden. Danach muss das Repräsentantenhaus zustimmen.

Das Konjunkturpaket soll unter anderem direkte Hilfszahlungen an die US-Steuerzahler umfassen, eine deutliche Verbesserung der Arbeitslosenversicherung, mehr Geld für Krankenhäuser und ein sehr umfassendes Kreditprogramm für Unternehmen.

New Yorker sollen in Selbstquarantäne

Das genaue Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie ist noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität sind in den USA inzwischen mehr als 52.000 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - damit liegen die Vereinigten Staaten nur noch hinter China und Italien. Mehr als 670 Menschen starben. Experten zufolge steht den USA das Schlimmste noch bevor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließt nicht aus, dass die USA das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

Trotzdem gab sich Trump optimistisch: "Wir fangen an, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagte er Dienstagabend. Unklar war, worauf der Präsident diese Aussage basierte.

Besonders dramatisch entwickelt sich die Lage in der Metropole New York: Inzwischen kommen 60 Prozent aller Fälle aus dem Großraum der Stadt. Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liege bei eins zu eintausend - rund fünf bis zehn Mal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA.

US-Vizepräsident Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, daher dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. "Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten", sagte Pence.

Trump bittet Südkorea um Hilfe

Trump hat Südkorea nach Angaben des Präsidialamts in Seoul um die Lieferung medizinischer Ausrüstung für die Bekämpfung des Coronavirus-Ausbruchs in den USA gebeten. Die Bitte sei bei einem Telefongespräch mit Präsident Moon Jae In am Dienstagabend ausgesprochen worden.

Moon habe seine größtmögliche Unterstützung zugesagt, falls genügend Ausrüstung vorhanden sei. Für die eventuelle Zustimmung durch die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) wolle Trump noch am Dienstag sorgen, hieß es.

Südkorea war eines der ersten Länder nach China, das von Massenansteckungen durch das Sars-CoV-2-Virus betroffen war. Für seine Maßnahmen einschließlich des schnellen Ausbaus der Virustest-Kapazitäten erhielt das Land international Anerkennung. Nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb eines Tages setzte im März ein deutlicher Abwärtstrend ein. Bis zum Dienstag wurden in Südkorea mehr als 9.100 Infektionsfälle erfasst.

(APA/dpa)