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Lieferengpässe bei Gold: Münze Österreich gibt Entwarnung

Archivbild: Münze Österreich
Die Münze Österreich AG ist die staatliche Münzprägestätte Österreichs.Clemens Fabry
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Gold gilt wegen seines Wertbestands auch in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Nachfrage ist massiv gestiegen, es gibt aber Lieferprobleme. Diese sollte man Experten zufolge nicht überbewerten.

In der Schweiz wurden wegen der Coronavirus-Pandemie drei Raffinerien geschlossen, was zu zu Lieferengpässen, vor allem bei den Goldbarren geführt hat. Die Münze Österreich beruhigt, der Internet-Handel blüht. Ein Experte warnt vor teils überzogenen Aufschlägen.

„Wir erleben eine Implosion des Angebots und eine Explosion der Nachfrage. Beide Faktoren sind sehr wichtig. Wir haben bei vielen Händlern das zehn- bis zwanzigfache Volumen vom Vorjahreszeitraum",
erklärte Ronald-Peter Stöferle. Der Fondsmanager und Autor der „in gold we trust"-Studie spricht da von einem Niveau, das höher als 2008, 2009 bzw. zum Höhepunkt der Griechenland-Krise ist.

Lieferengpässe „nicht überbewerten"

Die Lieferengpässe sieht der Experte aber gelassen. „Das ist sicherlich kurzfristig ein Faktor, der für eine gewisse Panik gesorgt hat. Ich würde es jetzt nicht überbewerten. Panik ist selten ein guter Ratgeber. Wir haben gesehen, dass die wesentlichen Raffinerien in der Schweiz im Tessin dicht machen mussten. Die sind für einen Großteil der Barren-Produktion verantwortlich - zwischen 60 und 70 Prozent sind das schon", erklärt Stöferle.

Grundsätzlich ist der Goldmarkt schon weit länger im klaren Aufwärtstrend. So gab es 2019 im Vergleich zum Jahr davor einen Anstieg von 22 Prozent, 2020 sind weitere 10,5 Prozent zu bemerken.
„Die Gold-Party hat schon vorher begonnen. Wir standen bereits auf Allzeithochs im Euro. Es ist auch kein Zufall, dass die wesentlichen Nationen rund um den Globus massiv Gold kaufen. Es gibt eine gewisse Rückbesinnung zur Remonetarisierung."

Scharlatane zocken ab

Der Gold-Experte empfiehlt aber, beim Online-Kauf genau auf die Preise zu schauen. Durch die Schließung der Spezialhändler wegen der Maßnahmen der Coronavirus-Epidemie suchen nun viele Interessierte die Online-Lösung. „Die Spannen sind riesig. Die Aufschläge sind zuletzt massiv raufgegangen. Es gibt einige Scharlatane in der Branche, die das nutzen und die Leute abzocken", warnt Stöferle.

Vonseiten der Münze Österreich, seit Jahren mit dem Wiener Philharmoniker Europa-Leader im Goldmünzen-Absatz, gibt es jedenfalls Entwarnung in Sachen Goldmünzen-Kauf. „In Österreich muss sich niemand Sorgen machen. Es muss niemand aus Panik heraus kaufen. Wir sehen uns durchaus in der Lage, auch in der nächsten Zeit unsere Produkte anbieten zu können", sagte Unternehmenssprecherin Andrea Lang am Freitag. Zwar hätten die Raffinerien im Tessin derzeit geschlossen und man könne Barren nicht anbieten. „Aber wir sind in der Münze durchaus lieferfähig mit Anlage-Produkten in Gold, Silber und Platin."

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In Sachen hohe Aufschläge empfiehlt Lang die Website www.gold.de zum Vergleich. „Da kann man sehen, was kostet die Unze wo.“ Grundsätzlich, so Lang, wolle man die Konsumenten nicht „in eine Panik hineinhetzen". „Man muss sich grundsätzlich gut überlegen, wo man sein Geld anlegt. Aber Gold hat in den letzten Jahren sehr gut performt."

Derzeit gibt es drei Möglichkeiten, physisches Gold zu erwerben. Die Münze Gold etwa liefert an Händler und Banken. In Banken kann man Gold ja noch über den Schalter erwerben. „Viele Händler bieten Online-Versand an, und die dritte Variante ist: kaufen, vorher bezahlen und die Ware wird sicher bei uns verwahrt." Man könne sie dann nach Ende der Ausgangsbeschränkungen holen, so Lang.

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(APA)