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Vorsicht

Finanzbetrüger in der Coronakrise verstärkt unterwegs

Fotomontage
imago images/Christian Ohde
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Betrüger nutzen die wegen der Coronakrise herrschende Unsicherheit vieler Menschen schamlos aus. Per CEO-Fraud, Phishing und gefälschten Informationen fordern sie zu Überweisungen auf.

Im Schatten der Coronavirus-Krise nehmen kriminelle Aktivitäten auf den Finanzmärkten stark zu. Bereits bekannte Betrugsmaschen wie CEO-Fraud, Phishing, Penny-Stock-Pushing und Kreditvorschüsse treten „in neuer Verpackung" auf, warnte die Finanzmarktaufsichtsbehörde am Donnerstag.

„Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist meist auch nicht wahr", sagen die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller. Deren dringender Appell: „Bleiben Sie auch in der Krise kritisch." Die üblichen Kontrollmechanismen und Vorsichtsmaßnahmen sollten vor allem auch jetzt eingehalten werden.

Betrüger fordern strenge Vertraulichkeit

Beim „CEO-Fraud" versuchten Betrüger, die besonderen Herausforderungen für Mitarbeiter im Home-Office auszunützen und mit gefälschten E-Mails von Vorgesetzten, insbesondere Mitgliedern der Geschäftsleitung, Überweisungen unter Umgehung der üblichen internen Kontrollstandards betrügerisch herauszulocken.

Dabei werde „strenge Vertraulichkeit" gefordert: Die Kommunikation solle auf den E-Mail-Verkehr in den im Betrugs-Mail genannten Adressaten-Kreisen (mit den gefälschten Mail-Adressen) beschränkt werden, beobachtete die FMA. Häufig würden dabei auch gefälschte Informationen und Schreiben renommierter Anwaltskanzleien angefügt oder es werde auf Anweisungen von Aufsichtsbehörden wie der FMA verwiesen.

Auch die „Phishing"-Aktivitäten weiten sich der Aufsichtsbehörde zufolge im Zuge der Coronakrise aus. Via E-Mail oder Social-Media-Kommunikation versuchten Betrüger, den Verbrauchern vertrauliche Kontodaten herauszulocken, mit denen sie dann betrügerische Transaktionen tätigten. Dabei werde - oft als Schreiben oder Mail der Bank getarnt - ein vermeintliches Update der Kontodaten gefordert, oder es würden zusätzliche Kontoinformationen angefordert, um eine Transaktion durchführen zu können.

„Insider-Tipps" locken zum Kauf wertloser Aktien

Laut FMA treten zudem vermehrt „dubiose Informationsdienste und Anlagebriefe" auf, die „angebliche Insider-Tipps" zu in Wahrheit wertlosen Aktien von Unternehmen verbreiten, die angeblich kurz davor stünden, ein Covid-19-Medikament oder eine Covid-19-Impfung am Markt zu lancieren, weshalb deren Kurs in die Höhe schnellen werde.
Vorab hätten die Betrüger alle oder viele der wertlosen Aktien, die
meistens nur für Cent- oder Penny-Beträge an exotischen Börsen oder
Marktsegmenten notierten, unter ihre Kontrolle gebracht. Nun pushten sie den Kurs durch die Fake-Corona-News und verkauften die
tatsächlich wertlosen Papiere teuer an die getäuschten Kleinanleger.

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Auch illegale Kreditverleiher verspüren in der Krise offenbar Rückenwind. Das Angebot an angeblich problemlosen Krediten via Mail und Internet nimmt laut FMA stark zu. Beim sogenannten Vorschuss-Betrug stellen Betrüger einen günstigen Kredit ohne (oder mit sehr lockerer) Bonitätsprüfung in Aussicht. Vor der angeblichen Auszahlung des Kreditbetrages fordern diese aber noch eine vergleichsweise geringe Gebühr oder andere Vorableistung. „Diese wird einkassiert, der Kredit aber nie ausbezahlt", warnt die FMA.

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(APA)