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Coronagespräche

Designerin Michaela Mayer: "Umsätze wie zu Nicht-Coronazeiten sind unrealistisch"

Porträt: Michel Mayer
Porträt: Michel Mayer(c) maria tsakiri
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Ein Gespräch in Krisenzeiten mit der Gründerin des Labels Michel Mayer über Ideen, die aus der Not entstehen, und banges Vorausschauen auf das Danach.

1996 gründete Michaela Mayer ihr Label, das ihren leicht abgeänderten Namen trägt und Michel Mayer heißt. In ihren Designs verbindet sie klare Linien und abstrakten Formen. Hohe Qualitäts- und Designansprüche können durch die hauseigene Produktion gewährleistet werden und ermöglichen ein rasches Reagieren auf Kundenwünsche. Seit 2001 verkauft Mayer ihre Mode in der Wiener Singerstraße.

Welches ist Ihr Lieblingsstück aus der aktuellen Kollektion?

Ein gestreiftes Kleid mit kurzen Ärmeln.

Kleid mit gestreiften Ärmel.
Kleid mit gestreiften Ärmel.(c) Juergen Hammerschmid

Wie gehen Sie mit der derzeitigen Situation um? 

Wir haben nach einer kurzen Pause mit der Maskenproduktion begonnen, was einerseits gut getan hat, da es sich ein Stück nach Normalität angefühlt hat, allerdings kreativ nicht gerade befriedigend war. Also habe ich in den letzten Wochen versucht, dieses Thema, diese jetzige Situation,  auf eine kreative Ebene zu bringen.  Aus der Notwendigkeit der Verhüllung und dem ständigen Vergessen der Maske ist dann die Idee zu einer „No Mask"-Kollektion geworden: Shirts und Kleider mit integrierter Maskenfunktion, gedacht für kurze Wege, wo eine Maskenpflicht besteht und natürlich auch über die Zeit der Krise hinaus tragbar.

Masken
MaskenMichel Mayer

 

Geschäfte dürfen wieder offen halten, ist das eine Erleichterung? Können Sie schon abschätzen, wie sich die Situation entwickelt? Wie steht es um Öffnungszeiten, Umsatz, Kundenzuspruch?

Anfangs war natürlich eine Erleichterung da, wieder aufsperren zu dürfen und unsere Stammkunden begrüßen zu können, allerdings ist das Handling aufgrund der Auflagen herausfordernder und man muss sich erst daran gewöhnen. Der Kundenzuspruch ist da, allerdings sind Umsätze wie zu Nicht-Corona-Zeiten unrealistisch.

 

Michel Mayer
Michel Mayer(c) maria tsakiri

Wie kann es in der Mode weitergehen? Was wird sich verändern?

Ich persönlich denke, dass die Wertschätzung für österreichisches Design noch mehr steigen wird, allerdings gleichzeitig auch der eigene Konsum mehr hinterfragt wird, als es bisher der Fall war.

Gibt es Modelle, die jetzt besonders gern gekauft werden?

Abgesehen von den No-Mask Shirts, die wir seit letzten Samstag verkaufen, sind es eher unkomplizierte Teile wie Oberteile und T-Shirts sowie Kleider im Oversize-Schnitt.

Welche Art von Unterstützung würde Ihnen jetzt besonders helfen, bekommen Sie Unterstützung aus einem der Hilfsfonds?

Wir sind sehr froh, dass wir in dieser Zeit auf den Zuspruch und die Unterstützung  unserer Stammkunden zählen können, darüber hinaus befürchte ich allerdings, wird sich die finanzielle Auswirkung wahrscheinlich erst sehr viel später verdeutlichen.

Kann die Krise auch eine Chance für eine positive Entwicklung darstellen? Wie könnte dies aussehen?

Das Positive daran ist, das man viele Dinge nicht mehr als selbstverständlich sieht, man vielleicht auch gemerkt hat, dass man so manches vielleicht nicht benötigt bzw. bei Produkten, die man kauft, mehr darauf achtet, woher sie kommen oder wie sie produziert wurden.

 

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