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Die Buhlschaft und ihre muslimische Tochter: 6 Filme mit den Festspielstars zum Streamen

Mit Burkini ins Bad oder gar nicht! Kraftproben mit Mama (Caroline Peters) in „Womit haben wir das verdient?“Mona Film
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Peter Simonischek als „Toni Erdmann“, die heurige Buhlschaft Caroline Peters als temperamentvolle Vorständin einer Großfamilie und Tobias Moretti als Maler im Dritten Reich: Das sind die besten Filme mit den Festspielstars von einst und heute im Streaming-Abo.

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Caroline Peters in „Womit haben wir das verdient?“

Von Eva Spreitzhofer, 2018
Zu sehen auf Amazon Prime

Wenn die pubertierende Tochter zum Islam übertritt, dürften viele Eltern nicht erfreut sein. Aber wie ist das wirklich? Was zieht junge Leute an strengen Religionsgemeinschaften an und bedeutet das Tragen eines Hijabs automatisch Radikalisierung? Eva Spreitzhofer hat einen maßvoll komödiantischen und facettenreichen Film über das Thema gemacht. Ärztin Wanda (Caroline Peters), Vorständin einer Patchwork-Familie, in der viel geliebt, aber auch viel gestritten wird, sieht eines Tages ihre 16-jährige Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher) am Familientisch mit Kopftuch erscheinen. Wanda und ihr geschiedener Mann Harald (Simon Schwarz), dessen neue Gefährtin Sissy (Hilde Dalik) ein Baby erwartet, versuchen Nina, die bisher schon allerhand ausprobiert hat („lieber Religion als Kiffen, oder?“) ihre neueste „Marotte“ abzugewöhnen, aber das „Kind“, das keines mehr ist, erweist sich als verstockt. Freilich kommen Nina bald selber Zweifel. Daraufhin plant sie eine Islam-Reform. Das erschreckt die Eltern noch mehr. Der Film bietet hochaktuellen Stoff. Er ist interessant, differenziert. Peters ist eine herrliche Komödiantin. Auch hier brilliert Salzburgs heurige Buhlschaft in einer ihr wohl näher als Jedermanns Geliebte stehenden Rolle.

Tobias Moretti in „Deutschstunde“

Von Christian Schwochow, 2019
Zu sehen auf Amazon Prime

Einen der wichtigsten Romane der Nachkriegszeit hat Christian Schwochow verfilmt: „Deutschstunde“ (1968) von Siegfried Lenz mit dem heurigen „Jedermann“ Tobias Moretti. Dieser spielt den expressionistischen Maler Max, der im Nationalsozialismus wegen seiner „entarteten Kunst“ mit Berufsverbot belegt wird. Sein Freund Jens, ein glühender Nazi (Ulrich Noethen) soll ihn überwachen. Jens kommandiert dafür seinen Sohn Siggi ab. „Deutschstunde“ ist im guten Sinne ein Kunstfilm: für Geduldige. Schwochow, der für ZDF/arte mit der Serie „Bad Banks“ einen etwas reißerischen Thriller über die Finanzwelt gedreht hat, schwelgt spürbar begeistert über die Abwechslung in Landschaftsaufnahmen und tiefgründigen Dialogen.

Peter Simonischek in „Toni Erdmann“

Von Maren Ade, 2016
Zu sehen auf Amazon Prime

Als einer der beseeltesten Hauptdarsteller wird Peter Simonischek, ehemaliger Schüler eines katholischen Internates, in die „Jedermann“-Geschichte eingehen. Hier erlebt man ihn als lästigen Papa, der sich wie Hermann Munster verkleidet, um die Aufmerksamkeit seiner viel beschäftigten Tochter, einer Unternehmensberaterin, zu erringen: Sandra Hüller spielt umwerfend diese kalte Businessfrau. Sie ähnelt Hüllers grandioser Salzburger Penthesilea. Merke: Auch Frauen können ganz schön gemein sein. Die leicht grimmige Komödie gewann u. a. den Europäischen Filmpreis.

Veronica Ferres in „Klimt“

Von Raúl Ruiz, 2006
Zu sehen auf Amazon Prime

An Ausstattung nicht sparen musste Raúl Ruiz bei seinem „Klimt“-Film. Der Maler liegt auf dem Totenbett, in Rückblenden wird sein Leben erzählt. Die Dämonie eines Frauenhelden strahlt der in solchen Rollen stets authentisch wirkende John Malkovich aus. In einer Nebenrolle erfreut eine der beliebtesten Salzburger Buhlschaften, Veronica Ferres. Sie gibt Klimts Lebensgefährtin, die Modeschöpferin Emilie Flöge. Diese liebt Klimt, er aber liebt noch andere bzw. vergnügt sich mit ihnen. Daher leidet er an einer von Syphilis ausgelösten beginnenden Paralyse und hat Wahnvorstellungen. Der Film wirkt spekulativ, es ist trotzdem spannend zu verfolgen, wie die Flut an Pin-Ups, für die Klimt berühmt war, entstand. Als Egon Schiele punktet keck und frisch Nikolai Kinski, ein Sohn des wüsten Klaus.

Senta Berger in „Frau Böhm sagt nein“

Von Connie Walther, 2009
Zu sehen auf Amazon Prime

Einst waren sie ein „Jedermann“-Traumpaar: Sexsymbol Senta Berger und Lebemann Curd Jürgens. Längst hat sich Berger von der leichten Muse abgewandt. Sie widmet sich der Literatur, auch heuer in Salzburg, und aktuellen Problemen, so auch in „Frau Böhm sagt Nein“: Rita Böhm ist in ihrem Konzern seit Jahrzehnten für die Abrechnung von Gehältern und Prämien von Vorstandsmitgliedern zuständig. Hier kommt ihr eines Tages allerlei „spanisch“ vor und sie verweigert die Anweisung der Gelder. Berger als „graue Maus“, ein seltener Anblick und herzerwärmend.

Curd Jürgens in „Der schwarze Freitag“

Von August Everding, 1966
Zu sehen auf Amazon Prime

Sein tiefer Blick, seine sonore Stimme, seine Eleganz und Lebensfreude ließen einst Frauenherzen schmelzen: Hier sieht man Curd Jürgens (1915-1982) als Börsenspekulant in einem Schwarz-Weiß-Film, gehalten im Dokumentarstil. An Jürgens' Seite spielt die einstige Crème de la Crème deutscher Schauspieler wie Hans Christian Blech, Wolfgang Neuss, Dieter Borsche u. a.

 

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