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Familie Schweighofer: Drei Kinder in drei unterschiedlichen Schulen.
Leben

Ein Schulstart, wie es ihn noch nie gab

In einer Woche startet die Schule im Osten, dann im Westen Österreichs. Familien erzählen von ihren Hoffnungen, Ängsten und ihrer Sehnsucht nach Normalität. Was tun, wenn das Kind hustet, die Schule schließt oder das vergangene Semester sich wiederholt?

Je näher der erste Schultag rückt, desto mehr Unruhe macht sich unter Eltern breit. Man diskutiert, welche Direktoren oder Lehrer bereits Informationen geschickt haben, wie der Schulalltag aussehen soll. Und überlegt, wie man organisieren kann, was nicht zu organisieren ist: Eine unklare Zukunft, in der die Kinder von einem Tag auf den anderen wieder zu Hause sein könnten.

Der Schulbetrieb soll als „normaler Regelbetrieb“ starten, so das Versprechen von Bildungsminister Heinz Faßmann. Das ließ viele Eltern aufatmen. Aber man muss damit rechnen, dass Klassen oder Schulen bei Infektionen auch wieder geschlossen werden. „Ich hoffe nur, dass meine jüngere Tochter wenigstens einige Wochen oder besser noch Monate hat, um in der ersten Klasse anzukommen, um die Lehrerin kennenzulernen, um Freunde zu finden“, erzählt Johanna R., die zwei Kinder im Alter von sechs und neun Jahren hat. Das Homeschooling ist bei einem Schulanfänger ein besonders diffiziles Thema.

Die Taferlklasslerin kenne zwar die Buchstaben, aber einem Kind das Lesen beizubringen, würde sie vor Probleme stellen, sagt die Tirolerin. Und: „Ich will auch nicht die Lehrerin meiner Kinder sein.“ Zu Beginn der Pandemie waren beide Kinder zwei Monate lang zu Hause, da arbeitete die Mutter noch als Selbstständige – das war anstrengend, für alle. Auch wegen der finanziellen Unsicherheit. Mittlerweile ist sie angestellt und muss sich weniger Sorgen machen: „Wenn das Arbeiten nicht in der gleichen Form möglich ist, gibt es sicher Verständnis.“ Die 40-Jährige fürchtet auch den Verlust der Struktur, den die Schule gibt. „Mein Mann und ich sind getrennt, die Kinder haben sowieso ständig den Wechsel vom Vater zur Mutter und zurück.“ Da sei Struktur und Sicherheit im Alltag für die Kinder besonders wichtig.