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Nach Großbrand

"Wir haben Platz": Demo in Wien gegen europäische Flüchtlingspolitik

Auch in Deutschland wurde demonstriert.
Auch in Deutschland wurde demonstriert.(c) REUTERS (KAI PFAFFENBACH)
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Die Teilnehmer sind am Mittwochabend vom Platz der Menschenrechte über die Ringstraße zum Haus der Europäischen Union gezogen. Für Freitag ist erneut eine Kundgebung geplant.

Rund 300 bis 350 Menschen haben sich heute Abend unter dem Motto "Wir haben Platz" in Wien versammelt, um nach dem verheerenden Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria gegen die europäische Flüchtlingspolitik zu protestieren. Gleichzeitig nahmen sie die türkis-grüne Bundesregierung in die Pflicht, die sich nach wie vor gegen die Aufnahme von Geflüchteten in diesem Lager stellt.

Der Aufruf zur spontanen Demonstration stammte von den Kollektiven "Cross Border Solidarity Wien" und "Migrantifa Wien", zwei erst kürzlich gegründete Initiativen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Diese fordern eine sofortige Evakuierung der rund 13.000 Bewohner von Moria und vollständige Reisefreiheit für die Geflüchteten. "[Lasst] die Leute dorthin reisen, wo sie für sich eine Perspektive sehen! Auch nach Österreich, wenn die Leute dorthin wollen!", skandierten die Demonstranten.

Für Solidarität plädiert

Auf Transparenten und Schildern war in Anspielung auf die Abschottungspolitik der EU unter anderem zu lesen "This fire was set by Europe" ("Diesen Brand hat Europa gelegt") sowie "Entmenschlichung und Mord, das ist europäische Tradition". Lautstark wurden außerdem fortwährend Parolen wie "Europe, Frontex and police - stop killing refugees" ("Europa, Frontex und Polizei - hört auf, Flüchtlinge zu ermorden"), "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here" ("Sagt es laut und sagt es klar, Flüchtlinge sind willkommen hier") und "Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall" skandiert.

Der Demonstrationszug, der sich um 19:30 Uhr vom Platz der Menschenrechte in Wien-Neubau in Bewegung setzte und via Ringstraße kurz nach 20.00 Uhr das Haus der Europäischen Union in der Inneren Stadt erreichte, wurde nur von einem geringen Polizeiaufgebot begleitet.

Laut Polizei spaltete sich ein Teil der Protestbewegung - etwa 80 Personen - nach dem offiziellen Ende der Aktion ab, um vor der ÖVP-Zentrale neben dem Rathaus weiter zu protestieren. Zwar war diese Demonstration nicht angemeldet, sie verlief aber ebenso wie die Hauptdemo ohne Zwischenfälle. Für Freitag ist erneut eine Demonstration in der Wiener Innenstadt geplant.

(APA)