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Corona-Maßnahmen

München wird zum deutschen Corona-Hotspot

Normalerweise ist München Mitte September voll im Oktoberfestfieber. Doch auch ohne Großveranstaltung steigen die Corona-Neuinfektionszahlen.
Normalerweise ist München Mitte September voll im Oktoberfestfieber. Doch auch ohne Großveranstaltung steigen die Corona-Neuinfektionszahlen.REUTERS
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Die bayerische Landeshauptstadt überstieg am Wochenende die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Nun kommen private Kontaktbeschränkungen und eine ausgeweitete Maskenpflicht.

Auch in München werden die Corona-Maßnahmen wieder verschärft, das kündigte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag an. Denn die Infektionszahlen steigen auch in der bayerischen Landeshauptstadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern - wenn auch auf niedrigerem Niveau als etwa in Wien. (Am Samstag wurden zum Beispiel 78 Infektionen gemeldet) Im Stadtgebiet dürfen sich künftig nur noch fünf Personen bzw. die Mitglieder zweier Haushalte treffen.

Reiter argumentiert, „dass wir die Zahlen der Menschen, die sich treffen, drastisch reduzieren müssen“. Private Feiern werden auf 25 Personen in geschlossenen Räumen und auf 50 im Freien beschränkt. Wie in Österreich gelten auch die Münchner Regeln nicht für Theater oder Konzerte. Oberbürgermeister Reiter will Schulen und Kindergärten trotz des Anstiegs der Infektionen offen halten.

Maskenpflicht am Marienplatz

Die Maskenpflicht gilt in der bayerischen Hauptstadt künftig auch auf stark frequentierten Plätzen wie dem Marienplatz und dem Viktualienmarkt. Eine generelle Maskenpflicht in der Stadt sei zwar diskutiert worden, aber vorerst nicht geplant, so der Bürgermeister.

Die Maßnahmen sollen am Mittwoch erlassen und ab Donnerstag für vorerst sieben Tage gelten. Das Alkoholverbot in manchen Stadtbereichen bleibt bestehen. Hier warte man noch auf Beschlüsse der bayerischen Landesregierung, die ebenfalls Verschärfungen in den Bereichen Alkoholverbot und Sperrstunden-Vorverlegung aktiv werden könnte.

Die Lage in München gilt als besonders besorgniserregend, weil hier kein einzelner Ort wie etwa eine Schule oder ein Fest für den Anstieg verantwortlich gemacht wird, sondern die Infektionen in unterschiedlichen Gruppen auftreten. Es besteht die Sorge, dass die Infektionsketten absehbar nicht mehr nachvollzogen werden können und das Coronavirus sich aus München auch landesweit verbreitet. Die Bundeswehr soll das Münchner Gesundheitsamt laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) deshalb bei der Nachverfolgung unterstützen.

Am Sonntag meldete München 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz). Damit überschritt die Stadt deutlich den von der deutschen Bundesregierung ausgegebenen Infektions-Warnwert von 50 deutlich. Zum Vergleich: Wien weist einen Wert von über 100 auf. Was auch ein Grund dafür war, dass die deutsche Regierung eine Reisewarnung für Wien verhängt hat. In Köln lag die Inzidenzzahl bei 36,75, in Hamburg bei 21,4 und in Berlin bei 21. Allerdings gibt es in Berlin in einzelnen Bezirken ebenfalls eine kritische Entwicklung, in Friedrichshain-Kreuzberg etwa kletterte der Wert auf 48,6. 

(Red./APA/dpa)