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Impfung: Salzburger Stadträtin bekam überzählige Dosis

Stadträtin Anja Hagenauer, im Bild hinten links.
Stadträtin Anja Hagenauer, im Bild hinten links.APA/LAND SALZBURG/FRANZ NEUMAYR
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Politiker sollten sich wegen ihrer Vorbildwirkung rasch impfen lassen, sagt Anja Hagenauer. Sie bekam die Impfung, „weil sie übrig war."

Die Salzburger Sozial-Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) hat bereits eine erste Corona-Teilimpfung erhalten, wie die "Salzburger Nachrichten" am Donnerstag berichteten. Als am 27. Dezember im Seniorenwohnheim Liefering die ersten 96 Impfdosen im Bundesland symbolisch verabreicht worden seien, habe sie um eine Dosis gebeten. "Ich bin ständig in den Seniorenwohnhäusern unterwegs und kann dabei mich schützen und zugleich andere nicht gefährden", bestätigte Hagenauer.

Eine Ampulle beinhalte offiziell fünf Impfdosen, teilweise würden bei vielen Ampullen aber auch sechs Dosen herausgehen, sagte die Stadträtin. "Wir hatten dann nicht genug Leute, die zur Impfung angemeldet waren. Ich habe die Impfung bekommen, weil sie übrig war." Sie selbst sehe das unproblematisch, auch weil die Impfdosen nur wenige Tage halten. Weitere übrig gebliebene Impfdosen habe man in ein zweites Seniorenwohnheim gebracht.

Warum gibt es eine sechste Dosis? Aus der Durchstechflasche lassen sich unabhängig vom verwendeten Spritzentyp mindestens fünf Einheiten entnehmen. Mit „Spritzen und/oder Nadeln mit geringem Totvolumen" und bei sorgfältiger Handhabung könne man einer Durchstechflasche aber sechs Dosen entnehmen, schreibt die Schweizer Zulassungs- und Kontrollbehörde - und empfiehlt dies.

„Zeit, dass sich Politiker hinstellen und impfen lassen"

"Die Politik muss sich von Impfskeptikern immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, die Menschen als Versuchskaninchen für die Corona-Impfung zu verwenden. Es ist darum an der Zeit, dass sich Politiker hinstellen und sich impfen lassen. Die vorsichtige Zurückhaltung verstehe ich nicht." Man stehe auch in den städtischen Heimen vor dem Problem, dass die Impfbereitschaft gering ist. Bei den Bewohnern seien lediglich 50 Prozent bereit, sich impfen zu lassen, bei den Pflegekräften nicht einmal ein Viertel. "Wenn wir vorangehen, könnte das Unsicherheit minimieren."

Zuletzt hatte für Kritik gesorgt, dass sich etwa der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, mit übrig gebliebenen Dosen aus einem Seniorenheim impfen hat lassen. Anfang Jänner hatte auch der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" dafür plädiert, dass sich Politiker "schnellstens" impfen lassen sollen, denn das wäre ein Symbol.

Von den sieben Mitgliedern der Salzburger Landesregierung wurde bisher noch keines geimpft. Sie alle wollen sich aber impfen lassen, wenn die "normale" Bevölkerung an der Reihe ist bzw. wenn laut Impfplan der Bundesregierung ("kritische Infrastruktur") die Möglichkeit dazu besteht, hieß es am Donnerstag. Am wenigsten dringlich dürfte die Impfung übrigens bei Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) sein. Er hat nach einer Corona-Erkrankung Ende September derzeit noch Antikörper.

 

(APA/red.)