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Coronavirus

Impfplan-Änderung zieht Hochrisikogruppen und Menschen mit Behinderungen vor

Corona-Schutzimpfung in einem Seniorenheim Eine Arzthelferin zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech P
Wer bekommt wann eine Impfung? Das gibt der nationale Impfplan vor.imago images/Kirchner-Media
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Neben älteren Menschen sollen nun auch Menschen mit schweren chronischen Krankheiten, Dialysepatienten sowie Pflegepersonal in der ersten Phase geimpft werden.

Der Coronavirus-Impfplan in Österreich wird geändert. Das nationale Impfgremium hat laut Gesundheitsministerium am Mittwoch eine aktualisierte Priorisierung für Covid-19-Impfungen vorgelegt. Demnach sollen in der ersten Phase neben den bereits bekannten Menschen in Alters- und Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal und Menschen über 80 Jahren nunmehr auch Hochrisikogruppen und Behinderte immunisiert werden. Das betrifft u.a. auch Personen mit schweren chronischen Krankheiten.

Anhand der aktualisierten medizinisch-fachlichen Priorisierungsempfehlung soll nun die Impfstrategie des Gesundheitsministeriums entsprechend der logistischen Möglichkeiten angepasst werden, hieß es in einer Aussendung. Zu den Menschen mit Vorerkrankungen gehören etwa Dialysepatienten oder auch Personen mit einer schwerwiegenden Krebserkrankung, sofern für diese eine Impfung möglich ist, oder Personen mit fortgeschrittenem Bluthochdruck. Menschen mit Behinderungen, die von der Behindertenhilfe begleitet werden, sowie jene mit persönlicher Assistenz werden ebenfalls in Phase 1 geimpft. Auch Personal, das Menschen direkt unterstützt (etwa mobile Pflege, Krankenpflege, 24-Stunden-Pflege, persönliche Assistenz von Menschen mit Behinderungen), soll in dieser Phase geimpft werden, informierte das Gesundheitsministerium in einer Aussendung.

Diabetes-Patienten erst später

"Weitere Risikogruppen, wie etwa Menschen mit gut eingestelltem Diabetes, stellen eine sehr große Gruppe in der Bevölkerung dar, daher können wir hier erst im Februar genauere Angaben zum Zeitpunkt der Impfung machen, sobald eine entsprechende Menge an Impfdosen gesichert ist", erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Diese Personen sollen in erster Linie bei Hausärztinnen und Hausärzten bzw. bei regionalen Impfgestellen geimpft werden und fallen in die Phase 2.

Der Impfstoff für diese Phase 1 soll in eigenen Impfstellen (beispielsweise in Krankenanstalten oder in Kooperation mit Gemeinden) bereitgestellt werden, noch bevor Impfstoffe flächendeckend bei Hausärzten verfügbar sein können. In vielen Bundesländern wurden bereits erste Impfstellen installiert. Voraussetzung für die Durchführung dieser Strategie sind eine entsprechende Impfstoffverfügbarkeit und logistische Möglichkeiten.

Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung auch für bereits von Covid-19 genesene Menschen. Solange es aber eine Impfstoffknappheit gibt, können jene Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, nachgereiht werden.

„Niemand wird vergessen"

"Niemand wird vergessen, wir bedenken alle Bevölkerungsgruppen in der Umsetzung des Impfplans. Allerdings müssen wir auch um Geduld bitten, da die verfügbaren Impfdosen im Jänner und Februar noch sehr beschränkt sein werden. Die rege Nachfrage danach bei Menschen mit hohen Gesundheitsrisiken zeigt jedoch die große Bedeutung der Impfung für die Bevölkerung", meinte Anschober.

Protest in Kärnten

Die Kärntner Ärztekammer hat sich indes kritisiert, dass der niedergelassene Bereich nach hinten gereiht worden sei und erst ab der siebenten Kalenderwoche, also ab Mitte Februar, die Möglichkeit der Immunisierung erhalten soll. "Das ist nicht nachvollziehbar", kritisierte Ärztekammerpräsidentin Petra Preiss am Mittwoch.

Der Impfplan der Landesregierung sehe vor, dass nun die über 80-Jährigen geimpft werden sollen. Hingegen sei nicht einmal das Personal des Covid-19-Visitendienstes, auch nicht die Notfallmediziner und die Ärztinnen und Ärzte in den Heimen bei der Impfstrategie des Landes an vorderster Stelle zu finden. "Wir verstehen natürlich, dass ältere Menschen als besonders Gefährdete geschützt werden sollen, aber wir als Ärztinnen und Ärzte stehen an vorderster Front“, betonte Preiss. "Wir fordern die sofortige Umsetzung dieses Prioritätenkatalogs wie in anderen Bundesländern."

Die Kärntner Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) wies die Vorwürfe der Ärztekammer am Nachmittag zurück. Man halte sich beim Land genau an den Impfplan und die entsprechenden Prioritäten. Das medizinische Personal in den Covid-19-Stationen und den Intensivstationen der Spitäler habe ebenso höchste Priorität wie die über 80-Jährigen. Mehr als 2.100 Personen hätten sich bereits dafür angemeldet, die Immunisierung finde am kommenden Dienstag statt. Es sei auch nicht zutreffend, dass in den Heimen aktive Ärzte nicht geimpft würden, so Prettner.

(APA)