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Konjunktur

Österreichs Wirtschaft erholt sich zögerlich

People with protective masks walk down a shopping street during the second lockdown as the coronavirus disease (COVID-19) outbreak continues in Vienna
Die Öffnung des Handels, etwa auf der Wiener Mariahilfer Straße, belebt die heimische Wirtschaft ein wenig.REUTERS
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Die Lockerung der Corona-Maßnahmen im Handel zeigt positive Auswirkungen. Dennoch hat die Pandemie Österreichs Wirtschaft weiterhin fest im Griff.

Die Coronakrise hat die heimische Wirtschaft und den Arbeitsmarkt weiter fest im Griff. Leicht positive Signale gibt es aufgrund der Öffnungsschritte bei den Arbeitslosenzahlen und bei der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts. Die Kurzarbeitszahlen steigen aber weiterhin. Derzeit sind rund 513.000 Personen arbeitslos oder in Schulungen, um 7.000 weniger als vor einer Woche.


Das Lockdown-Ende im Handel und bei körpernahen Dienstleistern am 8. Februar hat die heimische Volkswirtschaft wieder etwas mehr in Schwung gebracht. Die vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) gemessene wöchentliche Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigt für die letzte Woche einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um neun Prozent zur Vorjahreswoche. In der Woche davor lag dieser wöchentlich erhobene Wifo-Wirtschaftsindex (WWWI) noch bei mehr als minus 13 Prozent unter dem Vorjahresvergleichszeitraum.

Öffnungsschritte haben den gewünschten Effekt

Nach dem teilweisen Lockdown-Ende sei der private Konsum „etwas angesprungen”, sagte Finanzminister Gernot Blümel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Arbeitsminister Martin Kocher und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (alle ÖVP) am Dienstag. Die Einzelhandelsumsätze seien durch die Öffnung der Geschäfte gegenüber der letzten harten Lockdown-Woche um knapp 6 Prozent und der private Konsum – auch durch die Öffnung privater Dienstleistungen wie Friseure – um knapp 4,5 Prozent gestiegen. „Aus wirtschaftlicher Sicht haben die Öffnungen den gewünschten positiven Effekt", so der Finanzminister.

Bereits 16.700 Anträge auf neuen Ausfallbonus

Beim vergangene Woche eingeführten Ausfallbonus seien rund 16.700 Anträge von Unternehmen mit einem beantragen Fördervolumen von 82 Millionen Euro eingegangen, so Finanzminister Blümel. Die ersten Gelder sollen noch diese Woche ausgezahlt werden. Coronbedingt geschlossen sind derzeit unter anderem noch Gastronomie, Hotellerie sowie Kultur- und Sporteinrichtungen.

Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt

Mitte Jänner gab es diesen Winter mit 533.000 Menschen ohne Job die meisten Arbeitslosen. „Der leichte Trend einer Entspannung am Arbeitsmarkt setzt sich fort", sagte Arbeitsminister Kocher. Der aktuelle Arbeitslosenrückang sei der teilweisen Öffnung und der saisonalen Besserung am Bau und im Bau-Nebengewerbe geschuldet, so Kocher. In Kurzarbeit befinden sich derzeit rund 485.000 Personen und damit um 20.000 mehr als in der Vorwoche. Dabei handle es sich jedoch um Voranmeldungen zur Kurzarbeit, erläuterte der Arbeitsminister, man müsse auf die Abrechnung warten. Die Zahlen zeigten, dass die Qualifizierungsangebote in Anspruch genommen werden. Die Kurzarbeit werde – vor allem in den vom Lockdown betroffenen Branchen – nach wie vor intensiv genutzt und sei damit das wichtigste Kriseninstrument.

Rückgang bei Insolvenzen

Wirtschaftsministerin Schramböck zeigte sich über den Rückgang der Insolvenzen um mehr als ein Drittel im Jahr 2020 erfreut. „Es zeigt ganz klar, dass die Hilfsmaßnahmen wirken”, so Schramböck. Derzeit ist die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt. Ist eine Überschuldung im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 31. März 2021 eingetreten, muss der Schuldner keinen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Die Steuerstundungen laufen noch bis Ende Juni. „Ersten Schätzungen zufolge wären ohne diese Maßnahmen die Insolvenzen im vergangenen Jahr mehr als fünf Mal so hoch ausgefallen wie in einem „normalen Jahr”, sagte die Wirtschaftsministerin. Langfristig würden Kreditgarantien, Fixkostenzuschuss und Kurzarbeit die Insolvenzen reduzieren.

(APA)