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Innovation

Neuer Diamant-Akku soll 28.000 Jahre halten

Für die Entwicklung des äußerst langlebigen Akkus sollen Diamanten eingesetzt werden. Allerdings deutlich kleinere als hier abgebildet.REUTERS
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Die neue Erfindung des Start-Ups NDB wird mit dem Einsatz von nuklearem Abfall hergestellt und soll 2023 marktreif sein. Auch Handys und Autos sollen in der Zukunft damit betrieben werden.

Die Langlebigkeit von Akkus ist ein häufig diskutiertes Thema in der Techonologie-Branche. Und auch Konsumenten sind zurecht verärgert, wenn die Akkuleistung eines neuen Geräts bereits nach kurzer Zeit spürbar nachlässt. Eine Neuentwicklung des kalifornischen Start-Ups Nano Diamond Battery (NDB) soll bei dieser Problematik Abhilfe schaffen. Der Akku verspricht eine Lebenszeit von 28.000 Jahren und soll bereits 2023 marktreif sein.

Diamanten und nuklearer Abfall

Das Unternehmen setzt bei der Neuentwicklung auf den Einsatz von nuklearem Abfall, konkret Radiokarbon (Kohlenstoff-14), und Diamanten. Der radioaktive Abfall gibt Wärme ab, die über die Diamanten schnell abgeleitet wird. So schnell, dass die Radioisotopie diese nicht absorbieren können. Durch die Halbleiter-Eigenschaften der Diamanten wird in Folge wiederum Spannung erzeugt. NDB arbeitet nach eigener Aussage bereits seit 2012 an der Umsetzung solcher Akkus.

Sicherheitsbedenken

Beim Einsatz radioaktiver Materialien stellt sich zwangsweise die Frage der Sicherheit, da nuklearer Abfall klarerweise radioaktiv strahlt. Das Unternehmen versichert diesbezüglich, dass die einzelnen „Stacks”, also die Zellen, der Batterie mit einer Schicht aus mehrkristalligen Nanodiamanten überzogen werden. Diese Nanodiamanten sollen nicht nur als Strahlung für die Batterie fungieren, sondern auch vor Beschädigungen schützen, da es sich dabei um ein sehr hartes Material handelt.

Der Einsatz der langlebigen Diamant-Akkus hat aber noch weitere Nachteile: Die Herstellung solcher Akkus ist derzeit noch vergleichsweise teuer. Außerdem ist die angekündigte Laufzeit von 28.000 Jahren nur bei Anwendungen mit vergleichsweise niedrigem Stromverbrauch möglich. Ein Einsatz bei Sensoren wäre beispielsweise denkbar. Für eine Verwendung bei höherem Stromverbrauch müsse man mehrere dieser „Stacks” kombinieren. Auch daran arbeitet NDB nach eigener Aussage bereits.

Elektroautos und Smartphones

Langfristig sieht man den Akku als Option für E-Autos, Raumsonden, medizinische Geräte und auch Endkunden-Elektronik wie Smartphones. Einen Prototyp hat NDB offenbar noch nicht. Dennoch will man 2023 die ersten Akkus auf den Markt bringen.