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Studie

Immobilienpreise ziehen europaweit weiter an

B52 Office Budapest
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Für die Immobilienmärkte in Europa stehen die Zeichen in der Pandemie anhaltend auf Wachstum.

In vielen Regionen werde mit einem "starken Preiswachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich" gerechnet, berichtete der Immobilienmarktexperte Remax am Dienstag unter Verweis auf den aktuellen "European Housing Report 2021". Erstkäufer und "Verbesserungskäufer" trieben die Marktaktivität 2021 weiter voran und sorgten für eine starke Nachfrage.

Gleichzeitig dürfte jedoch das Angebot "weiterhin gering bleiben, insbesondere bei Wohnungen in städtischen Zentren und bei Einfamilienhäusern in städtischen und ländlichen Gebieten". Ein starkes Preiswachstum und Lebensstiländerungen seien heuer "offensichtlich". In vielen Ländern hätten sich die Käuferpräferenzen wegen Corona verschoben. "Der Einfluss der Pandemie auf den europäischen Immobilienmarkt wird für den Rest des Jahres 2021 deutlich spürbar bleiben", erwartet Michael Polzler, CEO von Remax Europe.

Weniger als die Hälfte der Europäer (45 Prozent) kann sich ein Zuhause auf dem Markt ihrer Wahl leisten, wie aus einer Umfrage des Marktforschungs- und Datendienstleistungsunternehmens Maru/Blue im Auftrag von Remax Europe im ersten Quartal 2021 hervorgeht. Gleichzeitig erhöhen den Immobilienexperten zufolge aber die "anhaltenden Versorgungsprobleme mit Baustoffen" die Preise in ganz Europa, insbesondere in den Niederlanden und in Österreich.

Die Pandemie habe europaweit einen "auffallenden Trend" zur Stadtflucht ausgelöst, berichtete Remax weiters. "In ganz Europa sehen wir aufgrund der durch Covid-19 angestoßenen Lebensstiländerungen viel mehr Übersiedlungskäufer", bekräftigte Polzler.

Diese Kaufinteressenten suchen den Angaben zufolge geräumigere Wohnmöglichkeiten, möchten näher an Grünflächen sein und suchen auch nach größeren Immobilien in ländlichen Gebieten. "Unser Maklernetzwerk in diesen Bereichen ist geschäftig wie nie zuvor", betonte Polzler. Der Immobilienmarktexperte geht davon aus, "dass sich dieser Lifestyle-Trend noch länger fortsetzt". Die wichtigsten Wohnqualitätsfaktoren sind laut Umfrage die Nähe zu Grünflächen und örtlichen Geschäften, die Leistbarkeit, die Nähe zur Arbeit und zu öffentlichen Verkehrsmitteln. In einigen Ländern wie Österreich, Belgien und Deutschland ist laut Remax "die Nähe zu guten Schulen der wichtigste Faktor".

Kaufinteresse steigt

Die potenziellen Verkäufer reagieren uneinheitlich auf die neuen Gegebenheiten durch die Pandemie - die einen warten ab, die anderen wollen ihre Deals wie bisher abwickeln. Eigentümer besonders in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakei und der Schweiz zögerten den Zeitpunkt des Immobilienverkaufs aufgrund der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen infolge von Covid-19 hinaus; in anderen Ländern wie Österreich, Island, Tschechien, Belgien und den Niederlanden wiederum blieben die Marktaktivitäten "annähernd stabil". Die durchschnittliche Vermarktungsdauer habe in einigen Ländern wie etwas Bulgarien, Frankreich und Deutschland zugenommen.

Seit März 2020 hat laut Umfrage fast ein Drittel der Europäer (30 Prozent) mit dem Gedanken gespielt umzuziehen. 40 Prozent erwägen, heuer auf dem Immobilienmarkt aktiv zu werden, um zu kaufen oder zu verkaufen. Am ausgeprägtesten sei diese Stimmung in Spanien (58 Prozent), Portugal (50 Prozent) und der Türkei (43 Prozent).

37 Prozent der Europäer haben seit März 2020 überlegt, in eine ländlichere Gemeinde zu ziehen - ein Trend, der laut Remax vor allem in Ländern wie Österreich, Italien und Finnland zu beobachten ist. Viele Stadtbewohner wollen eine größere Immobilie in ländlichen Gebieten. Dies sei teilweise darauf zurückzuführen, dass die Europäer zu Hause arbeiten und mehr Platz für ein Homeoffice wünschen. 39 Prozent derjenigen, die seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr einen Umzug in Betracht gezogen haben, würden gerne in ihrer derzeitigen Wohngegend bleiben, aber eben in einer anderen - größeren oder "grüneren" - Immobilie.

Angesichts der Pandemie ist das Interesse am Kauf oder Verkauf einer Immobilie bei gut einem Drittel der Europäer (35 Prozent) gestiegen. Am stärksten sei diese Stimmung in der Türkei (60 Prozent) und in Spanien (56 Prozent).

Die Remax-Länderzentralen und ihre Büroeigentümer analysierten ihre lokalen Immobilienmarktaktivitäten im Jahr 2020 und gaben eine Prognose für 2021 ab: Rund 65 Prozent dieser Befragten erwarten für den Rest des heurigen Jahres einen Verkäufermarkt und darauf aufbauend ein starkes Preiswachstum. Der größte Teil Europas gilt derzeit Remax zufolge als Verkäufermarkt. Ausnahmen, weil eher ausgewogene Marktregionen, sind Albanien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien und einige Teile Frankreichs.

Wohnungen und Einfamilienhäuser sind den Angaben zufolge in ganz Europa "besonders begehrt" und werden mehr gehandelt. Dagegen sind in Griechenland, Tschechien, Italien und der Slowakei Freizeitimmobilien die gefragtesten Immobilientype. Luxusimmobilien sind der gefragteste Immobilientyp in Norwegen und Polen.

(APA)