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Technik

Probleme mit Islam-Landkarte

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Die umstrittene Landkarte ist nur eingeschränkt verfügbar. Möglicherweise braucht es künftig eine Registrierung für die Nutzung.

Wien. Die umstrittene Islam-Landkarte ist aktuell nur noch eingeschränkt verfügbar. Das hat laut Projekt-Betreiber Edvin Aslan allerdings keine politischen oder strategischen Gründe. Vielmehr erfolge ein Wechsel des IT-Betreibers. Deshalb könne die Suchfunktion vermutlich bis kommende Woche nicht genützt werden. Möglicherweise wird man künftig die Seite nur nutzen können, wenn man sich vorher angemeldet hat.

Eine entsprechende Ankündigung hatte Mouhanad Khorchide, Leiter des Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam, im „Falter“-Podcast gemacht, was Aslan Donnerstagvormittag zunächst dementierte. In einer neuen, schriftlichen Stellungnahme zu Mittag erklärte er, es gebe Überlegungen in Richtung eines Anmeldesystems: „Klar ist aber, dass die volle Transparenz und der Zugang zu den Informationen nicht eingeschränkt werden dürfen.“ Es werde auch Uni-intern diskutiert, was die beste Lösung sei.

Offline genommen werde die Karte jedenfalls nicht: „Wir lassen unsere wissenschaftliche Arbeit weder durch rechtsextreme Vereinnahmung noch durch islamistische Drohungen zunichte machen.“ Die grüne Integrationssprecherin, Faika El-Nagashi, hatte davor gemeint: „Es braucht jetzt eine Ruhephase, in der das Projekt offline genommen und grundlegend überarbeitet wird.“ Sicherheit, Datenschutz und der Dialog mit den Betroffenen müssten in die DNA des Projekts eingebaut werden.

Warnschilder wurden aufgestellt

Warnschilder in der Nähe von islamischen Einrichtungen hatten am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. Diese trugen die Aufschrift „Achtung! Politischer Islam in deiner Nähe“ und verwiesen auf die Landkarte. Hinter der Aktion werden die Identitären vermutet. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) verurteilte die Aktion, die Islamische Glaubensgemeinschaft sah sich in ihrer Kritik an der Karte bestätigt.
Die Dokumentationsstelle politischer Islam hatte vor einer Woche eine Landkarte mit muslimischen Organisationen und Kultusgemeinden in Österreich vorgelegt. Mehr als 600 derartige Einrichtungen wurden darin erfasst.