Offener Brief

Muslimische Jugend fordert dauerhafte Löschung der Islam-Landkarte

Das Projekt wurde vor über zwei Wochen präsentiert - die Kritik daran hält an.
Das Projekt wurde vor über zwei Wochen präsentiert - die Kritik daran hält an.APA/GEORG HOCHMUTH
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Die Website schade dem Zusammenleben aller Menschen in Österreich, heißt es in einem offenen Brief. Unterstützung finden die Initiatoren auch von prominenter Seite.

Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) fordert nun auch in einem offenen Brief die dauerhafte Löschung der sogenannten Islam-Landkarte. Prominente Unterstützung erhält sie dabei von Künstlern, Wissenschaftern, Abgeordneten der SPÖ und der Neos sowie anderen Organisationen. Der Brief erging Montagvormittag an die für die Karte verantwortliche Dokumentationsstelle Politischer Islam, an das Integrationsministerium und an die Uni Wien.

Die Muslimische Jugend gehört zu den aktivsten Kritikern der Islam-Landkarte. Sie stelle die über 623 angeführten muslimischen  Einrichtungen „unter Generalverdacht“, so die Sorge. Die Website gefährde die Sicherheit von Musliminnen und Muslimen in Österreich, heißt es auch im offenen Brief - "vor allem jedoch schadet sie dem gesamtgesellschaftlichen und sozialen Frieden und dem Zusammenleben aller Menschen in Österreich".

Auch Altpräsident Fischer unter Unterstützern

In ihrem offenen Brief verweist die MJÖ nicht nur auf die Unterstützung durch den ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem der Politikwissenschafter Farid Hafez, die Obfrau des Frauenvolksbegehrens Lena Jäger, der Strafrechtsprofessor Robert Kert, Autor Franzobel und Autorin Livia Klingl sowie der Vorsitzende des Zukunftsfonds der Republik, Kurt Scholz. Unterzeichnet haben auch evangelische, jüdische und katholische Jugendvertretungen.

>>> Zum offenen Brief der Muslimischen Jugend

(APA)

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