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Leitartikel

Eine Glanzleistung grüner Message Control

Werner Kogler verteidigte am Bundeskongress der Grünen die Regierungsarbeit seines Teams.
Werner Kogler verteidigte am Bundeskongress der Grünen die Regierungsarbeit seines Teams.APA/FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUM
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Abgrenzung von der ÖVP, um mit ihr weitermachen zu können: Werner Kogler, hemdsärmelig, langatmig, geschickt, hat seine Partei im Griff.

Hemdsärmelig, langatmig, geschickt. So lassen sich Auftritt und Rede von Werner Kogler auf dem Bundeskongress der Grünen zusammenfassen. Das Hemdsärmelige und Langatmige an Werner Kogler wurden bereits hinreichend beschrieben, kommen wir also zum Geschickten: Kogler stellte die Grünen als die wahre staatstragende Partei dar, die ÖVP kanzelte er ab. Die Volkspartei stünde mit dem Rechtsstaat auf Kriegsfuß, die Grünen seien Verteidiger und Garant desselben. Das ist das, was die Delegierten im Saal, die grünen Anhänger vor dem Livestream hören wollen. Dann aber sagte Kogler noch etwas, was manche von diesen wahrscheinlich nicht so gern hören wollen, aber sich nun anhören – und akzeptieren – mussten, weil sie eben das zuvor Gehörte schon gehört haben: Dass es auf zwischenmenschlicher und politischer Ebene nach wie vor sehr gut funktioniere an der Regierungsspitze, zwischen ihm, Werner Kogler, dem Vizekanzler, und – namentlich genannt – Bundeskanzler Sebastian Kurz und Finanzminister Blümel. Jenen beiden Schlüsselspielern der türkisen ÖVP, die im Fokus der Ermittlungen stehen.

Werner Kogler sagte also zweierlei: Wir, also die Grünen, sehen der ÖVP auf die Finger, lassen ihr nichts durchgehen, lassen uns auch nicht vorführen, aber eine Zusammenarbeit mit ebendieser ÖVP sei weiterhin möglich, ja sogar notwendig, um das Land im Sinne grüner Agenda nach vorn zu bringen. Den kleinen Seitenhieb, Exponenten der alten schwarzen ÖVP wie Hermann Schützenhöfer lobend hervorzuheben, gönnte sich Kogler dann aber auch noch.