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"B wie bescheuert"

Ärztekammer an Kickl: Eine "Ohrfeige" für Mediziner

Kickl verbreite Falschinformationen und Angst, so die Ärztekammer.
Kickl verbreite Falschinformationen und schüre Angst, so die Ärztekammer.Die Presse/Clemens Fabry
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Der österreichische Ärztekammerpräsident und sein Stellvertreter kritisieren FPÖ-Chef Kickls Aussagen auf Schärfste. Seine Politik sei eine „schallende Ohrfeige“ für alle Mediziner.

Die Ärztekammer übt scharfe Kritik an der Corona-Politik des FPÖ-Klubobmanns Herbert Kickl. Dieser möchte, anstatt die Impfung in den Fokus zu rücken, lieber den blauen „Plan B“ fahren. Dabei soll vor allem eine frühzeitige Behandlung der Covid-Patienten das Ziel sein. Statt Prävention setzt Kickl also auf Intervention. Die Ärztekammer bezeichnet dieses Vorgehen als „schallende Ohrfeige“ gegenüber dem Personal auf den Intensivstationen, die täglich mit mehr Patienten zu kämpfen haben.

"Es ist purer Hohn und Missachtung ihrer Leistung, wenn sie von Politikern, die noch nie einen Patienten behandelt haben, via Medien Behandlungsempfehlungen zugerufen bekommen", so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Weiters bezeichnet er es als verantwortungslos von Kickl, die Impfung als „experimentell“ zu bezeichnen. Da die in Österreich verwendeten Impfstoffe nach strengen Sicherheitskriterien geprüft und getestet würden, bestehe kein Grund zu Bedenken. Das werde aber durch die Aussagen des FPÖ-Chefs suggeriert, wodurch eine flächendeckende Immunisierung behindert werde. Szekeres hält es für verantwortungslos, „mit Falschinformationen Verunsicherung und Angst zu schüren.“ 

B wie „Bescheuert“ 

Für Vize-Ärztekammerpräsident und Steiermarks Kammerpräsidenten Herwig Lindner, selbst Infektiologe, steht das „B“ in Kickls Plan vor allem für „Bescheuert“. Für die von Corona direkt betroffenen Bürger könnte es sogar für „Bedrohlich“ stehen. Er bezeichnet die Vorschläge des Klubobmanns als „Quacksalberei“, die Menschenleben gefährde. Die Corona-Impfung als weltweit anerkannte wesentliche Vorbeugungsmaßnahme gegen die Covid-19-Infektion herunterzumachen sei das Gegenteil eines Plans, so der steirische Ärztekammerpräsident. Weiters betitelt er die Aussagen des Clubchefs als „wüstes Sammelsurium aus Fake News und Halbwahrheiten“.

Die steirische FPÖ weist die Vorwürfe des Kammerpräsidenten, insbesondere jenen der Gefährdung von Menschenleben, zurück. Laut Landesparteisekretär Stefan Hermann habe Lindner mit seiner "parteipolitisch motivierten Agitation sein eigenes Amt beschädigt." Wenn der Vize-Präsident schon den schwarz-rot-grünen Parteisekretär oder Regierungssprecher spielen wolle, dann sollte er darüber nachdenken, ob dies mit dem Amt des Ärztekammerpräsidenten vereinbar sei, sagte Hermann.

(APA/red.)