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serie dr brain
Streamingtipps

Neue Serien: Krimi im Gehirn, Bürochaos im „Deep State“

Die Serienlandschaft wuchert und blüht. Gepflückt werden können Spannung und Action aus Südkorea, ein Sci-Fi-Epos nach Isaac Asimov, eine Comedy über Verschwörungstheorien – und eine spanische Schlemmer-Romanze.

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Dr. Brain

Sci-Fi-Thriller über Hirnforscher
Zu sehen auf Apple TV+

Spätestens seit „Squid Game“ – der ebenso gehypten wie aufgrund ihrer Brutalität kritisierten Serie über Kinder- und Psychospiele mit letalem Ausgang – ist Südkorea kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte der Streaming-Community. Und schon folgt der nächste Coup, diesmal auf Apple TV+: In „Dr. Brain“ gibt Lee Sun-kyun (bekannt aus Bong Joon-hos mehrfach oscarprämiertem Genremix „Parasite“) einen autistischen Hirnforscher mit fotografischem Gedächtnis, der ein System zur Gedankenübertragung entwickelt.

Sewon Koh, alias Dr. Brain, hackt sich damit in Sci-Fi-Manier in die Hirne von Lebenden und Toten, um seinen verschwundenen Sohn aufzuspüren. Dabei lernt er von den anderen Empathie – und findet zu sich selbst.
„Dr. Brain“ ist ein spannender und wendungsreicher Thriller, der nebenbei philosophische Fragen über Moral und den Sinn des Lebens aufwirft. Der renommierte Regisseur Kim Jee-woon („I Saw the Devil“, „The Good, the Bad, the Weird“) war schon in den 2000er-Jahren ein Filmvorreiter der neuerdings weltweit überschwappenden „Hallyu“-Erfolgswelle koreanischer Popkultur. In dieser ungewöhnlichen Serie nähert er sich menschlichen Abgründen in kunstvollen Bildern. (i. w.)

My Name (Undercover)

Rachefeldzug in MMA-Manier
Zu sehen auf Netflix

Und noch einmal Südkorea – diesmal aber nicht aus der geschniegelten Perspektive eines gut situieren Dr. Brain. In „My Name“ prügelt sich eine junge Frau durch die Macho-Gesellschaft der Seouler Gosse in die Cop- und Drogenszene. Weil sie wissen will, wer ihren Vater ermordet hat, heuert Yoon Ji-woo bei einem Drogenboss an. In dessen Trainingscamp lernt sie zu kämpfen, zu töten und Männer zur Raison zu bringen, bevor sie sich ins Drogendezernat einschleust, wo sie den Mörder ihres Vaters vermutet. Auf ihrem Rachefeldzug vermöbelt sie Dutzende Gegner in MMA-Manier. Action! (i. w.)

Foundation

Ehrgeizige Science-Fiction
Zu sehen auf Apple TV+

Der „Psychohistoriker“ Hari Seldon (Jared Harris) sagt das Ende eines galaktischen Imperiums voraus. Das geklonte Herrscher-Trio Dawn, Day und Dusk (darunter Lee Pace) erlaubt ihm und der jungen Mathematikerin Gaal (Lou Lobell), mit Wissenschaftern und Ausgestoßenen ein Archiv zu errichten – als Fundament für die Zeit nach der Krise. Die Serie basiert auf dem „Foundation“-Zyklus von Science-Fiction-Großmeister Isaac Asimov: Eine Erzählung, die Jahrtausende umspannt. Von der ehrgeizigen Produktion wird seit Ende September jede Woche eine neue Folge veröffentlicht. Sie betört visuell, es mangelt den Figuren aber an Tiefe. Tipp: In möglichst großen Stücken genießen, sonst verliert man den Überblick. (her)

Inside Job

„Deep State“-Bürokomödie
Zu sehen auf Netflix

Die mannigfach umherschwirrenden Verschwörungstheorien setzen mittlerweile ein hochprofessionelles Untergrundgefüge voraus: Um Ufos, Chemtrails und Impfchips reibungslos in die Gesellschaft einzuschleusen, muss schließlich ein perfekt organisierter „Deep State“ am Werk sein. Oder? Diese surreal überdrehte Animationskomödie verpasst der von manchen imaginierten Schattenverwaltung die Chaotik einer Büro-Sitcom. Abteilungsleiterin Reagan (Lizzy Caplan) versucht mit idealistischem Furor, ihre Mitarbeiter zu motivieren (die eifrig Rückwärtsbotschaften auf Schallplatten pressen und JFK klonen). Rasant und einfallsreich, weist die Serie krude Theorien, wie sie teilweise ja schon in seriösen Fernsehshows diskutiert werden, wieder als Spinnerfantasien aus. Nur: Der absurde Humor nutzt sich leider schnell ab. (kanu)

Foodie Love

Aphrodisiakum für Gourmetfreunde
Zu sehen in der Arte-Mediathek (kostenlos)

„Essen ist körperlich“, sagt die weibliche Hauptfigur von „Foodie Love“ zur männlichen, während sie sich einen der Mittelgänge eines Gourmetmenüs in den Mund schiebt. Natürlich ist Essen mehr, wie diese Serie zeigt, die von der Katalanin Isabel Coixet, Expertin für gehobenes Gefühlskino, nicht nur geschrieben und inszeniert, sondern – laut Intro – „gekocht“ wurde: Acht Folgen lang erzählt sie mit Witz und verspielt-verträumtem Gestus von der amourösen Annäherung zweier Freunde des gepflegten Schlemmens, die sich über eine App in Barcelona kennen gelernt haben.

Er (Guillermo Pfening) ist eine verlorene Seele auf Sabbatical, sie (Laia Costa aus „Victoria“) eine schlagfertige Lektorin, die an Kulinarik ähnliche Ansprüche stellt wie an Literatur. In sorgfältig abgewogenen Dialogen tasten sie sich aneinander heran, neckisch, oft sarkastisch, während sich keiner verletzlich machen will. Im Essen – von Gänseleber-Limetten-Hollandaise bis zu den besten Ramen der Stadt – finden sie gemeinsame sinnliche Erfahrungen, während sie andere körperliche Genüsse lange hinauszögern - ganz so, als würden sie die Vorfreude auf das Hauptgericht steigern, indem sie die Vorspeise besonders genüsslich auskosten. Coixet kocht langsam. Die erotische Konnotation des Eisschleckens lässt sie aber nicht unbeachtet. Überhaupt: Ihre Kussszenen haben es in sich. Eine Liebeserklärung an lukullische und romantische Freuden. (kanu)

 

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