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Oberösterreich

Blockierten Impfgegner Krankenwagen-Ausfahrt in Wels?

Corona-Maßnahmengegner demonstrieren wieder in vielen Städten.imago images/aal.photo
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Vorwürfe, wonach eine Demo gegen die Impfpflicht den Spitalsbetrieb des Klinikum Wels sowie die Arbeit des Roten Kreuzes störte, stimmten nicht.

In Sachen Corona gehen die Wogen derzeit hoch. Besonders in den Sozialen Netzwerken werden die Diskussionen zunehmend emotional geführt. Es wird hitzig diskutiert und geteilt - doch nicht immer ist alles auf den ersten Blick, so wie es scheint. Zuletzt sorgte eine Kundgebung in Wels für Aufsehen: Gegner von Corona-Maßnahmen sollen dabei die Aus- und Zufahrt für Krankenwagen des Roten Kreuzes sowie den Haupteingang des Klinikums Wels-Grieskirchen blockiert haben. Die Polizei, das Rote Kreuz (RK) und das Klinikum Wels schildern die Sachlage jedoch anders.

Etwa 600 Menschen hatten am Dienstag die angekündigte Impfpflicht für Gesundheitsberufe zum Anlass genommen, direkt vor dem Klinikum Wels-Grieskirchen gegen die bald geltende Regel zu protestieren. Die Allgemeinmedizinerin Lisa-Maria Kellermayr machte auf Twitter darauf aufmerksam: Die Demo habe „unter den Augen von Behörden“ sowohl den Haupteingang zum Klinikum als auch die Rettungsausfahrt des Roten Kreuzes und eine der wichtigsten Straßen stadtauswärts blockiert, so die Ärztin, die Fotos und Videos von dem Geschehen auf der Social-Media-Plattform veröffentlichte. Das Posting wurde hundertfach geteilt und kommentiert.

Nicht nur auf Social Media, sondern auch bei den Grünen sorgten die Bilder für Bestürzung. Der Welser Grünen-Stadtrat Thomas Rammerstorfer hielt die Behinderung des Klinikbetriebs für „untragbar.“ Für die Mitarbeiter in dem Spital sei diese Demo „der blanke Hohn“. Der Grüne Gesundheitssprecher im Nationalrat Ralph Schallmeiner sagte: „Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut [...]. Was aber nicht geht: zwei zentrale Gesundheitseinrichtungen minutenlang zu blockieren.“ Das Welser Klinikum hatte sich bereits im Vorfeld von der Kundgebung distanziert.

Polizei: „Falschmeldungen"

Einen Tag später meldete sich die Polizei Oberösterreich zu den Vorwürfen - und betitelte die Schilderungen in den Sozialen Netzwerken als „Falschmeldungen“: „Rund 600 Teilnehmer hielten vor dem Krankenhaus eine Versammlung ab“, die per Verordnung explizit erlaubt war. „Es kam dabei weder zu Behinderungen von Rettungskräften noch zu sonstigen Straftaten oder Übertretungen.“ 

Rotes Kreuz: Ausfahren möglich

Man sei nicht behindert worden, heißt es auch auf Nachfrage beim Roten Kreuz. „Wir haben Gott sei Dank mit den Autos herausfahren können“, sagt Christian Hartl, Sprecher des Roten Kreuzes Oberösterreich, zur „Presse“. Der Platz zwischen dem Klinikum und der Bezirksstelle der Rettungsorganisation sei zwar voll gewesen, man habe aber die Straße in die andere Richtung nützen können. Zu einem Zeitverlust sei es dazu nicht gekommen. Die Demo direkt vor dem Eingang der Dienststelle kommentierte der Sprecher folgendermaßen: „Man muss damit leben. Das Wichtigste ist, dass wir hinauskönnen.“ Und dies sei gegeben gewesen.

Auch das Klinikum Wels-Grieskirchen meldete sich in einer Stellungnahme am Mittwoch: "Die Kundgebung wurde polizeilich überwacht. Die Rettungszufahrt des Klinikums war zu keiner Zeit beeinträchtigt", hieß es von der Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH. Und weiter: "Das Klinikum Wels-Grieskirchen und die Belegschaftsvertretung distanzieren sich deutlich von der gestern stattgefundenen Kundgebung." Den Demonstranten war es zudem verboten worden, das Krankenhaus-Gelände zu betreten.

 

(twi)