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Streamingtipps

Lehrer, die (Un-)Coolen von den Schulen

Mille Dinesen in "Rita".
Mille Dinesen in "Rita".(c) Netflix
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Lehrer sein ist nie ein leichtes Brot, dieser Tage umso weniger. Während manche Filme und Serien dieser Einsicht Tribut zollen, gehen andere mit gutem Lehrbeispiel voran – oder ehren das Klassenzimmer als Schutzraum.

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Ole dole doff

Film, von Jan Troell, 1968
Zu sehen auf Netflix

Wie leicht es dem Kino doch fällt, das Lehramt zu idealisieren! Vom „Club der toten Dichter“ bis zu „Doktor Specht“ reißen engagierte Filmpädagogen jede noch so verwahrloste Klasse aus ihrer Lethargie, entfesseln das Potenzial der widerspenstigsten Pennäler, verwandeln maulfaule Dauerschwänzer mit Lust, Leidenschaft und unerschöpflicher Energie in strahlende Musterschüler. Dass es im Arbeitsalltag oft anders zugeht, davon können viele Lehrer ein trauriges Lied singen – nicht nur im Lockdown. Daher sind jene Filme, die sich scheiternden Schulmeistern widmen, in Ehren zu halten. Besonders, wenn Sie so unverblümt sind wie Jan Troells autobiografisch grundiertes Drama „Ole dole doff“.

Ein junger Erzieher (ansteckend neurotisch: Per Oscarsson) ringt im Malmö des Jahres 1968 mit alten und neuen Lehrmethoden um seine Autorität. Die Schule wird dabei als Brennpunkt sozialer Transformation erkennbar – und zugleich zum Sinnbild für die Schwierigkeit, einstudierte Rollenmuster abzulegen. Troell, ein begnadeter Kameramann, inszeniert den schleichenden Niedergang seiner Hauptfigur mit der Direktheit einer Dokumentation – und, in bemerkenswerten Traumsequenzen, mit der Expressivität eines surrealistischen Stummfilms. (and)

Fack ju Göhte 1–3

Filmreihe, von Bora Dağtekin, 2013–2017
Zu sehen auf Netflix (Teile 1-2) und Sky (Teil 3)

„Chantal! Heul leise!“: Den Prototypen des völlig unpädagogischen Anti-Lehrers, der seine Schüler gerade durch seine unkonventionellen Lehrmethoden zu Höherem anspornt, gab es schon vor den „Fack ju Göhte“-Filmen, aber der Ex-Knacki Zeki Müller (Elyas M'Barek) ist ein besonders direktes und charmantes Exemplar. Kein Wunder, dass er – obwohl er stets persönliche Bereicherungsabsichten hat – in der unterdotierten Problemschule schließlich seine Berufung findet: „Wenn jemand die Tür zu deiner Zukunft zuhält, dann tritt sie halt kaputt, Chantal!“ (kanu)

Dangerous Minds

Film, von John N. Smith, 1995
Zu sehen auf Disney+

„As I walk through the valley of the shadow of death / I take a look at my life / And realize there's nothin' left“: Harte Worte am Anfang von „Gangsta's Paradise“, dem Titelsong des 1990er-Schuldramas „Dangerous Minds“. Wo sie gelten, müssen Lehrer aus Stahl sein – oder Ex-Marines. Eine solche spielt Michelle Pfeiffer in diesem Update von „Blackboard Jungle“ (1959). Im „Problembezirk“ muss sie sich zunächst den Respekt der hart gesottenen High Schooler verdienen. Sie schafft es mit Chuzpe, Süßigkeiten und Bob Dylan. Aber auch mit knallharter Durchsetzung US-amerikanischer Selbsthilfementalität: „In dieser Klasse gibt es keine Opfer!“ (and)

Mr. Iglesias

Serie, von Kevin Hench, 2019–2020
Zu sehen auf Netflix

Dosenlacher, Flachwitze und ganz viel Herz: In typischer Sitcom-Manier kümmert sich US-Komiker Gabriel Iglesias als woker, gutmütiger Lehrer mit kumpelhaftem Edutainment um seine unterprivilegierte Klasse.(kanu)

Vice Principals

Serie, von Danny McBride & Jody Hill, 2016-2017
Zu sehen auf Sky

Drah di ned um, der Vizedirektor geht um! Die stellvertretenden Schulleiter Neal (Danny McBride) und Lee (Walton Goggins, bekannt aus „The Hateful Eight“) blasen in dieser gepfefferten Satire zum Hahnenkampf auf der Karriereleiter. Um die Schüler geht es den Streithanseln nicht. Alles, was zählt, ist das eigene Fortkommen. Dafür verschwören sich die Rivalen sogar gegen die neue schwarze Direktorin – doch ihr Talent zur Selbstsabotage obsiegt. (and)

Monsieur Lazhar

Film, von Philippe Falardeau, 2011
Zu sehen auf Mubi und Amazon

Ein algerischer Einwanderer mit gewaltvoller Vergangenheit (Mohamed Fellag) bewirbt sich ohne Berufserfahrung für eine Lehrstelle in Montreal – und wird angestellt. Seine Methoden finden bei den Kindern seiner Klasse, die selbst an einem Trauma nagen, Anklang. Die pädagogische Beziehung hilft beiden Seiten. Kanadas angenehm unaufgeregter Oscar-Beitrag des Jahres 2012. (and)

Rita

Serie, von Christian Torpe, 2012–2020
Zu sehen auf Mubi und Amazon

Was bitte soll man von dieser Lehrerin halten? Rita raucht, trinkt, hat schnellen Sex in der Toilette. Rita setzt sich für manche Schüler ein, aber ihre eigenen Kinder beachtet sie oft kaum. Wenn etwa ihr schwuler 15-jähriger Sohn erzählt, ihm habe jemand die Fahrradreifen aufgeschlitzt, antwortet sie lapidar: „Die kann man doch flicken.“ Rita ist nicht (nur) die unangepasste Heldin, die gegen das Schulsystem antritt – sie kämpft vor allem mit ihren eigenen Problemen. Die dänische Serie wiederum, mehr Drama als Comedy, kämpft leider oft mit sehr hölzernen Dialogen. (rovi)

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