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Black Monday

Von Überflieger-Aktien die Finger zu lassen ist keine gute Idee

Der neue grosse Handelssaal der Frankfurter Börse
Der neue grosse Handelssaal der Frankfurter Börse(c) imago/JOKER (imago stock&people)
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Unter den besten Aktien des Vorkrisenjahrs 2019 finden sich erstaunlich viele auch seit Ausbruch der Covid-Krise unter den Bestperformern.

Im Jahr 2019 war die Börsenwelt noch in Ordnung. Die Indizes erholten sich von der handelskriegsbedingten Delle im Schlussquartal 2018. Das Virus, das sich in Wuhan auszubreiten begann, hielt man für ein lokales Problem. Bestperformer im US-Index S & P 500 war die Solarfirma Enphase (plus 452 Prozent), gefolgt vom Halbleiterproduzenten AMD (148 Prozent). In Europa hatten der schwedische Cloud-Dienstleister Sinch (plus 229 Prozent) und der Essenszusteller Hellofresh (205 Prozent) die Nase vorn.

Seitdem hat sich vieles geändert. Die Seuche ist zur Pandemie geworden. Das hat zu massiven Problemen für viele Branchen, Lieferschwierigkeiten, aber auch zu großen Fortschritten in Medizin und Digitalisierung geführt. Der Verdacht liegt also nahe, dass seit Ausbruch der Krise ganz andere Aktien zu den Hochfliegern zählen als davor. Und tatsächlich finden sich ein paar neue Namen auf den Bestenlisten, etwa der Impfstoffhersteller Moderna oder der E-Autobauer Tesla. Sonst gibt es aber erstaunlich viel Kontinuität.

Vergleicht man die Top-Ten-Firmen von 2019 aus den USA (von insgesamt 500 Unternehmen) und aus Europa (von 600 Firmen) mit denen des Zeitraums 2020 bis 2021, dann tauchen drei US-Aktien und vier europäische Werte ein zweites Mal auf.

An der Wall Street hat sich Enphase seit Anfang 2020 verzehnfacht, AMD ist um weitere 244 Prozent gestiegen, und der Notstromgeneratorenhersteller Generac, schon 2019 unter den Top Ten, hat sich seitdem vervierfacht. Alle US-Top-Ten-Firmen aus dem Jahr 2019 sind auch seit Anfang 2020 um mindestens 66 Prozent gestiegen. Bei den europäischen Bestperformern in beiden Phasen (2019 und 2020/21) handelt es sich neben Sinch und Hellofresh um den Automatisierungsdienstleister QT und den Halbleiterkonzern ASM – auch wenn Sinch und QT zuletzt Federn lassen mussten. Neun der zehn europäischen Vorkrisen-Bestperformer haben auch danach überdurchschnittlich stark zugelegt. Nur die Biotech-Firma Galapagos ist nach dem Flop eines Lungenfibrose-Wirkstoffs abgestürzt.