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"Exxpress" trennt sich von Anna Dobler wegen Tweet zu "Wannseekonferenz"

Die Wannseekonferenz
Philipp Hochmair spielt in "Wannseekonfernz" den SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich (Bildmitte)(c) ZDF und JULIA TERJUNG
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Die Journalistin und Kolumnistin Anna Dobler schrieb nach dem TV-Film „Wannseekonferenz": „Das waren nicht nur Mörder, sondern auch durch und durch Sozialisten.“

Das Online-Boulevardmedium „Exxpress“ trennt sich von seiner Kolumnistin Anna Dobler. Anlass war ein Tweet der Journalistin zum Fernsehfilm „Wannseekonferenz“, der am Dienstagabend in ORF 2 gezeigt wurde. Dieser handelt von dem Treffen hoher NS-Funktionäre zur „Endlösung der Judenfrage“ und ist ein erschütterndes Werk zum Vernichtungswillen der Nazis. Dobler schrieb am Dienstagabend auf Twitter: „Das waren nicht nur Mörder, sondern auch durch und durch Sozialisten“. Auf Bitte des „Exxpress“-Chefredakteurs Richard Schmitt löschte sie den Tweet inzwischen, schrieb sie am Mittwoch.

Dennoch wird sie nicht weiter für das Boulevardmedium tätig sein, wie „Exxpress“ in einer Mitteilung auf Twitter veröffentlichte: Die Meinung Doblers entspreche keinesfalls jener der Redaktion, Doblers Posting sei „nachweislich falsch“, heißt es weiter. „Wir wollen nicht, dass unsere Redaktion, unser ganzes Team auch nur mit dem geringsten Verdacht einer möglichen Relativierung des Nationalsozialismus belastet wird“. Man wolle nicht, dass die Sozialdemokratie derart falsch beschuldigt werde. Der Tweet könne nicht rein privat ausgelegt werden und „wir wollen auch nicht, dass Redakteure mit dieser Meinung bei uns weiter ihren Dienst versehen.“ Dobler verwehrte sich, „in die Nähe von Geschichtsrevisionismus" gerückt zu werden.

Das Mitte März des Vorjahres ins Leben gerufene Onlinemedium „Exxpress“ gehört zum überwiegenden Anteil Herausgeberin Eva Schütz-Hieblinger. Die Juristin hält 50,7 Prozent an dem Unternehmen. Sie war in der Vergangenheit als stellvertretende Kabinettschefin des ehemaligen Finanzministers Hartwig Löger (ÖVP) tätig. Ihr Mann, C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz, spendete während dieser Zeit an die ÖVP. Das Medium sei dennoch keiner Partei zuzuschreiben, meinte Schütz, die sich im wirtschaftsliberalen Eck verortet, im März. Chefredakteur Schmitt war bereits für „Heute", krone.at und zuletzt oe24.at tätig.

(Red.)