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Gastkommentar

Resilienz braucht Gleichstellung

Frauentag. Aus der aktuellen Coronakrise werden in Gleichstellungsfragen nur ansatzweise die nötigen Lehren gezogen.

Dass der Frauentag auch 2022 noch im Zeichen der Pandemie steht, hätte bei deren Ausbruch wohl kaum jemand vermutet. Nach zwei Jahren wird jedenfalls immer offensichtlicher, dass Frauen einen großen Teil der Krisenlast tragen – ökonomisch, psychisch und sozial. Frauen ist der überwiegende Teil der zusätzlichen unbezahlten Arbeit während der Lockdowns sowie der Kindergarten- und Schulschließungen zugefallen. Sie sind überdurchschnittlich in jenen Berufen repräsentiert, in denen die Arbeitsbedingungen schon vor Corona belastend waren, sich in der Krise jedoch noch einmal deutlich verschlechtert haben: Dies betrifft vor allem die Bereiche Krankenpflege, Altenpflege und Kinderbetreuung. Nicht selten wurden Frauen in ihrer Karriere zurückgeworfen, sei es in der Privatwirtschaft oder in der Wissenschaft.

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Vermeintliche Fortschritte der jüngeren Zeit erweisen sich bei näherem Hinsehen lediglich als – wenig nachhaltiges – Ergebnis der bestehenden Gleichstellungsdefizite auf dem Arbeitsmarkt. So hat der Gender Pay Gap 2021 zwar abgenommen. Dies allerdings hauptsächlich deshalb, weil gering qualifizierte, schlecht bezahlte Frauen aufgrund von Jobverlust aus der Statistik herausgefallen und primär Männern zufließende Überstundenentgelte krisenbedingt stark geschrumpft sind.