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Modewoche

Auf der Berliner Fashionweek ist Mode politisch

Die geflohene Tänzerin Nataliia Ovcharova lief am Dienstag für Anja Gockels Schau 'Weltgewandt' im Hotel AdlonREuters /Lisi Niesner
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In Berlin haben am Montag die Laufstegschauen der Modewoche begonnen. Sie steht ganz im Zeichen des Ukraine-Kriegs. Die Entwürfe des ukrainischen Designers Jean Gritsfeldt wurden in Berlin sogar nachgeschneidert.

Bei der Berliner Modewoche haben die großen Laufstegschauen begonnen. Zum Auftakt zeigte die finnische Designerin Sofia Ilmonen ihre Entwürfe im Kraftwerk.

 

Nach einer abschreckend unpolitischen Modewoche in Mailand, und immer mehr werdenden politschen Stellungnahmen in Paris, scheint die Modewelt nun in der politischen Realität angelangt, denn der Abend stand auch vor allem unter dem Eindruck des Kriegs in der Ukraine. Russland hat das Land vor fast drei Wochen angegriffen.

Am Montagabend wurde auf der Fashion Week mit einer Schweigeminute an die Opfer erinnert. Mit einer stillen Auktion sollen zudem Spenden für die Caritas gesammelt werden, wie die Veranstalter der Mercedes-Benz Fashionweek angekündigt hatten. Auch in den kommenden Tagen sind weitere Solidaritätszeichen mit der Ukraine geplant. Online findet eine Auktion ausgewählter Stücke der teilnehmenden Designer zugunsten der Caritas statt.

„Mode ist politisch“ 

Zum Auftakt der großen Laufstegschauen kamen am Montagabend unter anderem das Model Franziska Knuppe und der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD). Die derzeitige Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD)  begrüßte, dass die Modewoche trotz des Kriegs in der Ukraine stattfinde. „Die Mode ist immer auch politisch“ meinte sie. Auch die Fashionweek sei deswegen politisch und als Zeichen des Zusammenhalts zu verstehen.

Auch am Dienstag blieb man politisch: Bei der Designerin Anja Gockel lief die Ukrainerin Nataliia Ovcharova mit einem blau-gelben Outfit über den Laufsteg. Seit Längerem war bereits eine Show des ukrainischen Designers Jean Gritsfeldt geplant. Weil er nun nicht nach Berlin kommen und auch die Kollektion nicht geliefert werden kann, haben etliche Helfende in Berlin begonnen, seine Designs nachzuschneidern.

Ukrainische Designs nachgeschneidert

„Heute ist nicht der Zeitpunkt, um über, sondern um durch die Mode zu sprechen. Wir werden die neuen Looks der Saison nicht zeigen, denn wenn du in einem Bunker oder Keller sitzt, ist es egal, was du anhast“, kommentierte der ukrainische Designer die Vorgänge. Auf Instagram wurde die Aktion dokumentiert:

 

Etwa 30 Freiwillige hätten dabei geholfen, seine Kollektion noch spontan nachzuschneidern, sagte die Geschäftsführerin des Vereins Fashion Revolution Germany, Carina Bischof. „Irgendwie fühlte es sich sinnlos an, eine Fashion Week vorzubereiten in diesen Zeiten.“ Das Projekt für Gritsfeldt aber mache Sinn, deswegen habe sie relativ schnell „Ja“ gesagt. Er habe das Team telefonisch aus Kiew gebrieft. Sie findet es wichtig, mit dem Projekt etwas gegen die Ohnmacht zu tun. Am Donnerstag wird auf der Berliner Fashionweek auch ein Statement von Gritsfeldt zu sehen sein.

(APA/dpa/red)