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STOCKHOLM, SWEDEN - MARCH 01:
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Pandemie

Der schwedische Weg war wohl doch nicht ganz falsch

Weniger Todesfälle, weniger Tage im Lockdown, weniger Tests ohne Zusatznutzen – zweieinhalb Jahre nach Ausbruch der Pandemie steht Schweden nicht schlechter da als Österreich und die meisten anderen Länder Europas.

Für die einen steht er für Eigenverantwortung und unaufgeregtes Handeln, für die anderen für Leichtsinn und Fahrlässigkeit – der schwedische Weg. Von Anfang an tanzte das Zehn-Millionen-Einwohner-Land aus der Reihe und verzichtete weitgehend auf Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen und Lokalsperren. Während sich im Frühjahr 2020 der Rest Europas im harten Lockdown befand, durfte die schwedische Bevölkerung Ski fahren, Essen gehen und Einkaufszentren besuchen. Fernunterricht und Homeoffice waren so gut wie nie verpflichtend.

Das bedeutet aber nicht, dass sich in Schweden das öffentliche Leben fortsetzte wie vor der Pandemie – soziale Kontakte wurden sogar teilweise genauso stark reduziert wie in den meisten anderen Ländern. Mit dem Unterschied der Freiwilligkeit, denn der Großteil der Maßnahmen wurde nicht angeordnet, sondern empfohlen. Eine vom Chefepidemiologen Anders Tegnell vorgegebene Strategie, die Schweden bis heute verfolgt – aber mit welchem Erfolg?

Zwar sind Gegenüberstellungen von Ländern immer mit Unschärfen versehen, weil auch indirekte Einflussfaktoren wie Bevölkerungsdichte, Anteil der Einpersonenhaushalte, Struktur des Gesundheitswesens und grundsätzliche Einstellung der Gesellschaft gegenüber Obrigkeiten mitberücksichtigt gehören, dennoch ist es Zeit für eine Zwischenbilanz – auf Basis von sechs aussagekräftigen Kriterien.

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