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Gaskrise

Deutsche Industrie unterstützt Pläne Habecks für weniger Gasverbrauch

Die Erneuerbaren Energien müssten massiv beschleunigt werden, bekräftigt Industriepräsident Siegfried Russwurm. Habeck will zusätzlich Maßnahmen ergreifen, um Gas einzusparen.

Die deutsche Industrie unterstützt die Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), angesichts der Drosselung russischer Gaslieferungen den Gasverbrauch zu senken. Industriepräsident Siegfried Russwurm sagte: "Wir müssen den Verbrauch von Gas so stark wie möglich reduzieren, jede Kilowattstunde zählt. Priorität muss sein, die Gasspeicher zu füllen für den kommenden Winter.

Deutschland müsse möglichst viele andere Quellen auftun. Unternehmen müssten umstellen zum Beispiel auf Öl, wo das gehe. "Aber eine Reihe industrieller Prozesse funktioniert nur mit Gas. Ein Gasmangel droht zum Stillstand von Produktion zu führen", so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

Die Gasverstromung müsse gestoppt und sofort Kohlekraftwerke aus der Reserve geholt werden, bekräftigte Russwurm. "Aktuell geht es um kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung, nicht um einen Termin des Kohleausstiegs 2038 oder 2030." Die Erneuerbaren Energien müssten massiv beschleunigt werden. "Deutschland muss sich endlich von lähmenden Klein-Klein-Debatten und Blockadehaltungen verabschieden und beim Erneuerbaren-Ausbau runter von der Bremse. Politik und Verwaltung müssen schleunigst den Turbo einschalten für die Ausweisung neuer Flächen für Windkraft- und Solarkraftanlagen und für schnellere Genehmigungen."

Habeck will zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um Gas einzusparen und die Vorsorge zu erhöhen. Er bezeichnete die Situation als ernst. Um gegenzusteuern, soll der Einsatz von Gas für die Stromerzeugung und Industrie gesenkt werden. Mehr Kohlekraftwerke sollen zum Einsatz kommen. Die Befüllung der Gasspeicher soll vorangetrieben werden, um für den Winter gewappnet zu sein.

Spahn: Habeck geht nur den halben Weg

Unionsfraktionsvize Jens Spahn kritisiert die Pläne von Grünen-Wirtschaftsminister Robert Habeck zur Einsparung des Gasverbrauchs. "Es ist richtig, dass Robert Habeck diesen Schritt geht, über seinen Schatten springt. Nur - er geht ihn zu spät", sagt der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. "Hätten wir im März schon begonnen, mehr Kohlekraftwerke, weniger Gaskraftwerke laufen zu lassen, dann wären die Speicher jetzt vielleicht schon zehn Prozent voller."

Habeck geht aus Sicht von Spahn zudem nur den halben Weg, weil er Kernkraftwerke nicht länger laufen lasse. Mit Blick auf Widerstand auch von Betreibern der Kernkraftwerke sagte der Fraktionsvize im Bundestag, Energieversorger hätten daran keine Freude, weil es zusätzlichen Aufwand bedeute. "Aber wir sind in einer echten Notlage." 

 

(APA/DPA)