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Coronavirus

Nationales Impfgremium empfiehlt vierten Stich für alle ab zwölf Jahren

IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Man sollte sich den vierten Stich frühestens sechs Monate nach dem letzten holen, auch wenn man dazwischen eine Infektion durchgemacht habe, sagt Infektiologe Herwig Kollaritsch. Maske wird empfohlen, nicht verordnet.

Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt die Auffrischung mit der Corona-Schutzimpfung nun für alle ab 12 Jahren. Das verkündete der Infektiologe Herwig Kollaritsch vom NIG bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne), der einen Ausblick auf den Herbst gab.

Bisher galt die Empfehlung ab 60 Jahren. Den vierten Stich sollte man sich frühestens sechs Monate nach der letzten Impfung holen. Das gelte auch unabhängig davon, ob man eine Infektion durchgemacht habe. „Man sollte trotz Infektion in seinem Impfschema verbleiben“, betonte Kollaritsch.

Außerdem solle man nicht auf die angepassten Variantenvakzine warten, sagte der Infektiologe. Denn diese seien auch auf die BA.1-Variante ausgerichtet, nicht auf die derzeit verbreitete BA.4/BA.5-Variante. „Man sollte also nicht zuwarten, sondern gleich einen Termin machen“, so Kollaritsch.

Masken empfohlen, aber vorerst nicht verpflichtet

Maskenpflicht wird es im Herbst vorerst keine geben. Der Gesundheitsminister gab allerdings eine ausdrückliche Empfehlung ab, sie in Innenräumen, in denen viele Leute zusammenkommen, zu tragen. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass das Tragen einer FFP2-Maske doch wieder verordnet werden wird. „Die Situation wird laufend evaluiert“, sagte Rauch.

Ebenfalls empfahl der Minister, sich testen zu lassen. Das System mit fünf PCR- und fünf Antigentests pro Personen im Monat gratis wird beibehalten. Es gehe vor allem darum, „bestmöglich aus dem Krisenmodus heraus- und in einen verantwortungsvollen Umgang mit Covid hineinzukommen“, meinte Rauch. „Mir ist aber auch wichtig, zu sagen: Das war keine leichte Grippewelle“, sagte der Minister. Das würden vor allem die rund 20.000 Todesfälle seit Beginn der Pandemie zeigen.

„Sommer hat uns Atempause verschafft"

Die Impfung schütze zwar nicht mehr so gut vor einer Ansteckung, aber sehr gut gegen einen schweren Verlauf, betonte Rauch. Deshalb bleibe sie auch die wichtigste Maßnahme. Kollartisch erklärte zudem, dass es auf jeden Fall möglich sei, den Impfstoff zu wechseln. „Aber wenn man eine Vakzine gut vertragen hat, macht es wenig Sinn, zu wechseln“, so Kollaritsch.

„Der Sommer hat uns eine Atempause verschafft. Wir sind gut durchgekommen", meinte Rauch. Das Aus der Quarantänepflicht bei einem positiven Test habe auch keine gravierenden Veränderungen im Infektionsgeschehen gebracht. „Der Schritt war also vertretbar“, schloss Rauch.