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Kurznachrichtendienst

Jetzt also doch: Tech-Milliardär Elon Musk will Twitter kaufen

Archivbild. Elon Musk nähert sich einem Kauf von Twitter offenbar wieder an.
Archivbild. Elon Musk nähert sich einem Kauf von Twitter offenbar wieder an.APA/AFP/OLIVIER DOULIERY
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Spektakuläre Wende: Milliardär Musk will Twitter doch kaufen - zum ursprünglich vereinbarten Kaufpreis von 54,20 US-Dollar je Aktie. Twitter bestätigt. Man wolle „diese Transaktion abschließen“.

Ja. Nein. Vielleicht. Nun doch wieder Ja. Tech-Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk sorgt wieder für Aufregung in der Finanzwelt. Nun will er doch die milliardenschwere Übernahme des Online-Dienstes Twitter vollziehen. Das bestätigte der Tesla-Chef am Dienstag in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC.

So könnte der Rechtsstreit um den Milliarden-Deal kurz vor dem mit Spannung erwarteten Gerichtsprozess doch noch vermieden werden. Musk habe in einem Brief vorgeschlagen, den Deal zum ursprünglich vereinbarten Kaufpreis von 54,20 Dollar pro Aktie durchzuführen. Das erklärten seine Anwälte - und bestätigten damit einen Bericht des Finanzdienstes Bloomberg.

Twitter hat am Dienstag den Eingang eines erneuten Kaufangebots von US-Milliardär Elon Musk bestätigt. "Es ist die Absicht des Unternehmens, diese Transaktion abzuschließen", schrieb das Unternehmen im eigenen Kurzbotschaftendienst.

Damit bahnt sich eine spektakuläre Wende im Konflikt um die rund 44 Milliarden Dollar teure Übernahme an. Musk hatte die Kaufvereinbarung vom April eigentlich im Juli für ungültig erklärt, weil Twitter angeblich falsche Angaben zur Anzahl von Fake-Accounts auf seiner Plattform gemacht habe. Das Unternehmen pochte jedoch auf die Einhaltung des Kaufvertrags und zog vor Gericht. Eigentlich soll noch im Oktober der Prozess beginnen, bei dem geklärt wird, ob Musk von der Übernahme zurücktreten kann.

Streit um falsche Angaben von Fake Accounts

Viele Experten bewerteten seine Chancen bei dem Gerichtsverfahren von Anfang an als ungünstig. Musk versuchte monatelang, angeblich falsche Angaben von Twitter zur Zahl von Spam- und Fake-Accounts als Bruch der Übernahmevereinbarungen darzustellen. Doch ob das vor Gericht reichen würde, gilt als zweifelhaft.

Im August hatte Musk mit neuen Argumenten beim Versuch nachgelegt, die milliardenschwere Übernahme von Twitter abzublasen. Dabei brachte der Tesla-Chef Anschuldigungen eines Whistleblowers ins Spiel, der Twitter unter anderem mangelnden Schutz von Nutzerdaten und andere Sicherheitsschwächen vorwarf. Aufgrund dieser "ungeheuerlichen" Mängel sei Musks Kaufangebot für Twitter als ungültig einzustufen, schrieben seine Anwälte damals an das Unternehmen.

„X, die App für alles"

Der 51-jährige Multimilliardär legte die Gründe für seine Kehrtwende nicht offen. Auf Twitter schrieb er nur kryptisch, den Online-Dienst zu kaufen, beschleunige "die Schaffung von X, die App für alles". Näheres schrieb Musk dazu nicht. Im August hatte Musk gesagt, Twitter könne für seine ursprüngliche Vision des X.com-Unternehmens hilfreich sein, das er 1999 gegründet hatte. X.com war ein Start-Up für Online-Bankgeschäfte, das später in PayPal aufging.

US-Medien hatten kurz zuvor bereits über Musks erneutes Kaufangebot berichtet. In der Folge war der Kurs der Twitter-Aktie in die Höhe geschnellt, der Handel mit den Wertpapieren an der New Yorker Börse wurde zeitweise ausgesetzt. Zu Börsenschluss hatte die Aktie um über 22 Prozent zugelegt.

(APA/dpa/bloomberg/)