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Russlands älteste Tankstelle vor der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau.
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Russland

Das Ölembargo gegen Russland ab 5. Dezember macht schon jetzt alle nervös

Noch nie wurde ein solcher Eingriff auf dem Ölmarkt vorgenommen wie der ab Montag. Marktteilnehmer rechnen bereits die Szenarien durch. Was aber könnte passieren? Wird Russland den bisher schwersten Sanktionsschlag abbekommen? Oder handeln wir uns einen Inflationsschub ein?

Es rauchen die Köpfe an den Schaltstellen für Erdöl und Erdölprodukte auf dieser Welt. Und sie rauchen so stark wie kaum jemals zuvor. Kein Wunder, könnte man sagen. Schließlich steht der Ölmarkt vor einem Experiment, das es in dieser Form und in dieser Dimension noch nie gegeben hat und das vor allem deshalb so riskant ist, weil es ganz viele Unbekannte enthält. Und alles in einer Zeit, in der ohnehin die ganze Welt unter der Inflation stöhnt, die schon jetzt nicht nur von der Europäischen Zentralbank, sondern zu keinem geringen Teil von den hohen Energiepreisen getrieben ist. Nun könnte sie einen neuen Schub erhalten.

Am 5. Dezember nämlich tritt das von der Europäischen Union als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verhängte Embargo auf russische Erdölimporte in Kraft. Ab kommendem Montag darf demnach kein russisches Rohöl mehr auf dem Seeweg – der Hauptroute – in die EU gelangen, ab 5. Februar wird dann auch noch die Einfuhr russischer Ölprodukte über den Seeweg untersagt, auch steht die Möglichkeit eines Preisdeckels im Raum.

Die EU folgt damit dem Beispiel der USA oder Großbritanniens, die ihren Ölimport aus Russland bereits abgestellt haben (um übrigens wie im Fall der USA nun den aus dem sanktionierten Venezuela zu reaktivieren). Der Unterschied zu ihnen und der Grund, warum die EU zugewartet hat: Sie bezieht deutlich mehr aus Russland und ist damit deutlich mehr abhängig, einzelne Mitgliedsstaaten sind es überhaupt sehr. Die Abhängigkeit ist freilich keine einseitige, denn auch für Russland war und ist die EU – gleich wie beim Erdgas – der wichtigste Markt.

Was also kann nach dem 5. Dezember passieren?