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Umwelt

Baumhaus und Rollrasen: Museumsquartier wird grün

„The Fountain of Exhaustion“ von Pavlo Makov ab April.
„The Fountain of Exhaustion“ von Pavlo Makov ab April.(c) Eugene Nikiforov
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„MQ goes green“ lautet das Motto für 2023. Auch der
300. Todestag von Fischer von Erlach rückt heuer in den Fokus.

Das Museumsquartier (MQ) wird grün. Und damit ist nicht die Farbe der Fassade gemeint. Wie so viele andere Institutionen will nun auch das MQ auf Nachhaltigkeit setzen. Konkrete Begrünungsmaßnahmen sollen auf dem Vorplatz des MQ geplant werden.

Auch den betonlastigen Innenhöfen soll grünes Leben eingehaucht werden. Vor allem aber will MQ-Direktorin Bettina Leidl mit umweltbezogenen künstlerischen Projekten auf ökologische und gesellschaftsrelevante Schwerpunkthemen setzen, wie sie am Mittwoch im Rahmen einer Präsentation des Jahresberichts 2023 sagte. „Mit über vier Millionen Besuchern zählen wir sicher zu den erfolgreichen Arealen. Trotzdem stehen wir nach 22 Jahren wieder vor neuen Wegkreuzungen“, so Leidl.

Demnach hat das MQ mit dem Slogan „MQ goes green“ zentrale Ziele für ein klimaneutrales Kulturareal bis 2030 definiert. Die daraus entstandenen umweltbezogenen Kunstinstallationen werden über das gesamte Jahr 2023 gezeigt.

Hauptfassade im Mittelpunkt

Darüber hinaus feiert das MQ im heurigen Jahr das 300-Jahr-Jubiläum von Johann Bernhard Fischer von Erlach, der sowohl Nationalbibliothek, Schloss Schönbrunn, Karlskirche als auch die damaligen kaiserlichen Hofstallungen im Museumsquartier entworfen hat. Aus diesem Anlass wird unter anderem die Architektur der Hauptfassade im Mittelpunkt stehen. In dieser wurden einst 40 Nischen geplant, die nun künstlerisch gestaltet werden sollen. Das MQ hat sechs Künstler eingeladen, ein Konzept für jeweils drei Nischen zu entwerfen. Im Frühjahr werden dann aus den eingereichten Arbeiten zwei Projekte für die Umsetzung ausgewählt.

Zunächst startet das MQ aber am 23. Februar mit der Ausstellung „Land Rush“ im MQ Freiraum von Frauke Huber und Uwe Martin. Die Künstler greifen darin die sozialen und ökologischen Folgen der globalen Landwirtschaft auf. Auch am 23. Februar startet die Ausstellung „Oasis“. Und zwar wird sie im ehemaligen Betonsalon, ganz nach dem neuen Motto in „MQ Salon“ umbenannt, zu sehen sein. Es handelt sich dabei um eine Mixed-Media-Rauminstallation von Karina Mendreczky und Katalin Kortmann-Járay. Mit Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Sounds wird die individuelle und kollektive Verbundenheit zur Natur thematisiert. Beide der im Februar startenden Ausstellungen laufen bis 7. Mai.

Auf dem MQ-Vorplatz wird die Biologin Anita Fuchs ein 250 Quadratmeter großes Grünfeld ab März übernehmen, neue Pflanzungen setzen und dabei untersuchen, welche Pflanzen sich in der Stadt bewähren. „Es geht um eine schrittweise Begrünung des Vorplatzes“, so Leidl. Das Projekt ist auf zwei Jahre anberaumt.

Im großen Innenhof wird Judith Fegerl ab 25. Mai mit „Solar MQ“ eine Skulptur aus Fotovoltaikmodulen und Stahl ausstellen. Die Künstlerin setzt sich bereits seit vielen Jahren mit der Sichtbarmachung von Energie auseinander. Das „Haus des Baumes“ wird ab 6. Juni als eine Art Baumhaus vom Künstler Johannes Franz-Figeac als begehbare Kunstinstallation auf dem Vorplatz gezeigt. Es soll das spannungsgeladene Verhältnis des Menschen zur Natur und die Bedeutung des Waldes in Zeiten des Klimawandels thematisieren.

Im Haupthof wird Pavlo Makov ab 14. April mit „The Fountain of Exhaustion“ auf die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen aufmerksam machen. Die Installation entstand bereits Mitte der 1990er-Jahre und ist ein Statement zum Teilen und Verteilen von Ressourcen.

Ebenso im Haupthof in der MQ Art Box werden wechselnde Installationen von zeitgenössischen Künstlerinnen wie „ENZA“ von Lea Fröhlinger und Cosma Kremser oder Anna Schachinger gezeigt. Sie machen auf die Nachhaltigkeit von Lehm als Baumaterial aufmerksam. Dem Motto Joseph Beuys' „Hier Bäume pflanzen! (1983)“ folgend, werden in einem an Landschaftsplaner und -architekten gerichteten Wettbewerb Lösungen für eine weitere Begrünung der Außenflächen gesucht.