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Kind zu Tode geprügelt: Bregenz trauert mit Lichtermeer

FALL CAIN: MAHNWACHE IN BREGENZ
(c) APA/DIETMAR STIPLOVSEK (Dietmar Stiplovsek)
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Hunderte Menschen entzünden für den kleinen Cain eine Kerze. Die Betroffenheit über den gewaltsamen Tod des Buben ist groß. "Nie mehr darf so etwas passieren", sagt eine Organisatorin.

Mehrere hundert Trauernde haben sich am Freitagabend auf der Mole des Bregenzer Hafens bei einer Wahnmache von dem zu Tode geprügelten Cain verabschiedet. Rund um ein Bild des misshandelten Dreijährigen entzündeten die gekommenen Familien ein Lichtermeer, schwiegen miteinander und beteten. "Wir sind da, um an ihn zu denken. Nie mehr darf so etwas passieren", sagte eine der Organisatorinnen, die ihren Namen nur mit Siegi angab.

Cains Bild war am Ende der Mole platziert, im Hintergrund nur noch der an diesem Abend ruhige, schwarze Bodensee. Zahlreiche Kerzen erhellten den Bereich rund um das Porträt des am vergangenen Samstag getöteten kleinen Buben. "Lieber Cain, du wirst immer in unseren Herzen bleiben", stand darauf geschrieben. Auch rund um einen alten Baum entstand eine Lichterkette.

Es war ein Abend der Stille, nicht der großen Worte. Die zusammengekommenen Leute, darunter auch Verwandte von Cain, zeigten sich erschüttert über den Tod des Buben. In großer Betroffenheit beteten sie ein von Siegi begonnenes "Vater unser" und ein "Gegrüßet seist du, Maria". "Ich bin nicht sehr religiös und aus der Kirche ausgetreten, aber wir wollen beten", sagte Siegi, die nicht im Mittelpunkt stehen oder ihren vollen Namen nennen wollte.

"Alles kommt einmal zurück im Leben"

Gemeinsam mit Freundinnen hatte Siegi via Facebook die Wahnmache organisiert, gerechnet hatte sie mit 20 Teilnehmern. "Danke, dass ihr alle da seid, ich bin überwältigt", sagte sie angesichts der Vielzahl der Leute. Die Wahnmache war ihr ein Herzensanliegen, "weil man etwas tun muss. Ich habe selbst auch Kinder und Enkel". Und angesichts dieser Tragödie gehe es allen gleich. Eine dreifache Mutter, die ebenfalls ihre Gedanken mitteilen wollte, begann nach wenigen Worten zu weinen. Sie zeigte sich überzeugt, dass der Täter die für ihn gerechte Strafe erfahren werden: "Denn es kommt alles einmal zurück im Leben."