Die Karrierefrau

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Barbara Helige war die erste Frau an der Spitze der Richtervereinigung. Jetzt untersucht sie im Missbrauchsskandal.

Sie ist eine Frau, die eine steile Karriere absolviert hat. Die Rede ist von Barbara Helige, die am Donnerstag zur Vorsitzenden jener Kommission gewählt wurde, welche die schweren Missbrauchsvorwürfe im ehemaligen Kinderheim Wilhelminenberg untersuchen soll. Denn Helige, die auf Familienrecht spezialisiert ist und ihr Jusstudium in nur vier Jahren absolviert hat, schaffte es 1998 als erste Frau an die Spitze der Richtervereinigung. Bereits in ihrer ersten Amtsperiode organisierte sie Protestmaßnahmen wie Warnstreiks und „Notwehrmaßnahmen“ (verhandlungsfreie Tage), um auf die „katastrophale“ Personalsituation in der Richterschaft aufmerksam zu machen. Ihre Amtszeit war geprägt vom Kampf gegen Sparmaßnahmen unter ständigem Pochen auf die richterliche Unabhängigkeit.

2007 gab die 53-Jährige die Präsidentschaft der Richtervereinigung ab und wurde Präsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Im Laufe ihrer Karriere wurde Helige eine gewisse SPÖ-Nähe nachgesagt, obwohl sie dort nie in offiziellen Funktionen tätig war. Seit Jänner 1987 ist sie am Bezirksgericht Döbling tätig. stu

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2011)


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