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Pop

Song Contest 2014: Wurst setzt die Segel

Song Contest 2014: Wurst setzt die Segel
Conchita WurstAPA (HERBERT NEUBAUER)
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Am 8. Mai kämpft der schwule Sänger Tom Neuwirth als Conchita Wurst um den Einzug ins Finale des Musikwettbewerbs - und für mehr Toleranz.

Der Countdown läuft: Am kommenden Dienstag (29. April) verabschiedet sich Österreichs Song-Contest-Hoffnung Conchita Wurst gen Kopenhagen, um dort am 8. Mai um den Einzug ins Finale des Musikwettbewerbs zu kämpfen. Am Dienstag lud die Wurst deshalb zur offiziellen Verabschiedungsparty auf die Wiener Summerstage - und zeigte sich dabei selbstbewusst in sich ruhend.

Ein Grund dafür seien die positiven internationalen Reaktionen auf ihre Nummer "Rise like a Phoenix", die sie mittlerweile schon in einigen internationalen Fernsehshows performt hat. "Ich habe gesungen und sie waren Gott sei Dank verzaubert und haben den Bart nicht mehr gesehen, sondern die bärtige Frau singen gehört", freute sich Wurst.

Dabei sei ihre Ballade alles andere als leicht zu singen: "Sie verlangt mir körperlich schon einiges ab - was ich aber toll finde." Zugleich habe sie keine Angstmomente innerhalb des Liedes: "Es tropft mir aus dem Mund." Außerdem sei sie einfach eine Live-Performerin: "Ich will nicht sagen, dass ich das Studio hasse, aber es nicht mein Lieblingsort."

Choreografie wird dezent

Auf der Bühne des Song Contest sei jedenfalls mit "Rise like a Phoenix" alles zu erreichen: "Ich kann mit diesem Lied - wenn ich es noch schaffe, eine gute Choreografie hinzulegen - alles nehmen, was da kommt." Dabei müsse man den Begriff Choreografie allerdings etwas relativieren: "Choreografie in dem Sinne kann man das nicht nennen. Ich bewege mich halt ein bisschen. Es wird sehr simpel und dezent."

Egal wie das Resultat für Conchita Wurst in Kopenhagen letztlich lauten wird, seine Figur wird der schwule Entertainer Tom Neuwirth, der hinter der bärtigen Sängerin steht, auch danach nicht so bald aufgeben. "Prinzipiell schließe ich auch nicht aus, dass ich irgendwann die Perücke zuhause lasse, aber das wird in näherer Zukunft sicher nicht passieren. Meine Mission ist dann erreicht, wenn wir nicht mehr darüber diskutieren müssen, wen wir lieben dürfen." Und da prognostiziere er seiner Frau Wurst noch ein langes Leben.

In der Jury der "Großen Chance"

Eines der Zukunftsziele könnte dabei nach Wursts Sicht die Jurorenrolle in der "Großen Chance" werden, die nach dem Ausstieg von Sido frei geworden ist. "Wenn man mich fragt, würde ich das schon toll finden. Als Casting-Show-Teilnehmerin habe ich dazu ja auch eine Meinung", unterstrich die Sängerin. Zunächst einmal heißt es nun aber "Held og lykke" (Alles Gute) für Kopenhagen.

Und da ist auch ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm zuversichtlich: "Wir wollen ins Finale." Er sei zwar jedes Jahr von einem Erfolg überzeugt gewesen, aber heuer gelte: "Ich habe ein irrsinnig gutes Gefühl, und ich glaube, dass das die beste Künstlerin ist, mit der wir fahren können." ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz indes gestand offen ein, dass man das Geld derzeit zwar nicht hätte, den Event bei einem Sieg von Conchita Wurst 2015 in Österreich auszurichten: "Aber dann würden wir es finden. Das ist das größte Entertainmentereignis, das es weltweit gibt - und wir fahren mit einem guten Gefühl hin."

 

(APA)