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Geld aus dem Hubschrauber

Die Europäische Zentralbank hat die Hosen – Pardon Zinsen – also doch ganz runtergelassen.

Und wie schon die letzte Zinssenkung vor drei Monaten wird auch ein Leitzins von nunmehr 0,05 Prozent vermutlich auf die Realwirtschaft wenig Auswirkung haben. Es ist lediglich ein Signal. Und das lautet: Wir sind zu allem bereit. Längst stellen sich Ökonomen die Frage: Was passiert denn als Nächstes? Was tun, wenn die Konjunktur weiter schwächelt und die Deflationsgefahr zunimmt?

Die Zinsen wurden abgeschafft und Sparer somit für dumm verkauft. Die EZB wirft „Geld aus dem Helikopter“, wie der Ökonom Milton Friedman einst diese Form der exzessiven Geldpolitik bezeichnet hat. Gleichzeitig wird EZB-Chef Draghi den Banken die Kredite abkaufen, um so der Kreditklemme – vor allem in Südeuropa – zu begegnen. Der deutsche Ökonom Hans Werner Sinn erwartet als nächsten Schritt, dass die EZB auch Anleihen aufkaufen wird.

Die Finanzmärkte jubeln, die Kurse steigen. Es investiert sich schließlich relativ locker, wenn man weiß, dass einem die Zentralbank das Risiko abkauft – und es am Ende dem Steuerzahler in die Schuhe schiebt.

Wem denn sonst?

E-Mails an: gerhard.hofer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2014)