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Tricksen, tarnen, täuschen bis zum Abwinken

Das Krankenhaus Nord taugt wohl nicht zu einem AKH-Skandal II. Aber...

Die jüngere Geschichte Wiens kann auch als Geschichte der Probleme mit Großbauten gelesen werden. Unerreicht die Errichtung des AKHs, dieses Spitals einer Dimension, wie sie in Europa aus gutem Grund selten überboten wird. Unerreicht waren die Kostenüberschreitungen. Da kommt nichts so rasch heran – schon gar nicht das Krankenhaus Nord. Trotzdem: Auch draußen in Floridsdorf mangelt es keinesfalls an Spezialitäten.

So waren die Prüfer des Stadtrechnungshofs einigermaßen erstaunt, dass die Finanzierung des Hauses, das ursprünglich – überflüssig zu sagen, dass der Termin nicht gehalten wird – nächstes Jahr hätte eröffnet werden sollen, noch zu einem Drittel offen ist. Und dass die Kosten der Kredite nicht in die Gesamtkosten eingerechnet werden. Und dass ein von einem Wohnbauträger(!) errichtetes „Gesundheitszentrum“ eingegliedert wurde, dessen genaue Bestimmung und Kosten intransparent sind. Da sind sie wieder, die Prinzipien der Wiener Stadtpolitik: Tricksen, tarnen und täuschen bis zum Geht-nicht-Mehr. Schade. Sehr schade.

dietmar.neuwirth@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2015)