Führungsfehler

Lange Nase

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Kolumne "Führungsfehler". Eine Steuerberatungskanzlei mit 20 Mitarbeitern. Sie wolle in die Personalverrechnung, sagte die Bewerberin schon beim ersten Gespräch.

Der Chef hatte gerade einen Engpass in der Buchhaltung. Kein Problem, antwortete er mit seinem schönsten Lächeln. Natürlich könne sie in die Personalverrechnung. Ob sie nur so nett wäre, erst in der Buchhaltung auszuhelfen?

Ein Jahr verging, da saß sie immer noch in der Buchhaltung. Vierzehntägig erinnerte sie ihn an seine Zusage. Vierzehntägig wand er sich heraus.

Bis sie ihm eines Tages die Kündigung auf den Tisch knallte. Ihm trat der Schweiß auf die Stirn (sie war eine gute Kraft). Jetzt half nur bluffen. Eben habe er für sie eine Planstelle in der Personalverrechnung freigemacht, log er. So wie sie es immer wollte. Nun habe er es möglich gemacht. Für sie.

Sie stand schon halb in der Tür, drehte sich noch einmal um – und zeigte ihm die lange Nase. Dann schloss sie die Tür und ward nicht mehr gesehen.


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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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