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Wer wird Neos-Chef? "Wir heißen nicht Liste Strolz"

Head of NEOS party Strolz arrives for a news conference in Vienna
Matthias Strolz am Montag bei seiner PressekonferenzREUTERS
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Der scheidende Neos-Parteichef Matthias Strolz trat in "Zeit im Bild 2" auf. Eine Europa-Spitzenkandidatur schloss er aus. Seine Nachfolge betreffend hat er aber konkrete Vorstellungen.

Der am Montag angekündigte Abgang von Neos-Gründer und -Parteichef Matthias Strolz sorgte für Spekulationen, was denn hinter dem überraschenden Ende seiner Polit-Karriere stehen könnte. Er selbst hatte bei seiner gut 25-minütigen Ansprache am Vormittag hatte der Vorarlberger keinen konkreten Anlass genannt. Nur, dass er die Zeit, in der er gehe, selbst bestimmen wollte, und dass diese eben nun, nach "unserer erfolgreichen Aufbauphase", gekommen sei.  In der ORF-Nachrichtensendung "Zeit im Bild 2" bezog Strolz bei Moderator Armin Wolf am Abend neuerlich Stellung.

Und Strolz blieb weitgehend dabei: Der konkrete Anlass seines Abschieds aus der Politik sei schlicht und ergreifend, dass er seine "Aufgabe erfolgreich erledigt habe. Es gebe "keine geheimen Pläne", "keine Krankheit", "kein viertes Kind". Den Gedanken, 2018 zu gehen, habe er schon seit Jahresbeginn gehegt. Die "Pionierphase" der Neos sei abgeschlossen, die Partei habe mit ihm als Chef Erfahrungswerte in allen möglichen Bereichen gesammelt, nun brauche es eine "neue Form von Führungsenergie", eine "neue Kraft" an der Spitze der Pinken.

Personalentscheidung am Mittwoch

Offenbar hat der Noch-Chef der Neos auch ein ganz klares Bild davon, wie diese Energie ausgeformt sein könnte. "Ich habe klare Vorstellungen", meinte Strolz auf die Frage, wer ihm als Partei- und Klubchef im Nationalrat nachfolgen solle. Am Mittwoch berät bekanntlich der erweiterte Parteivorstand persönlich über die Nachfolge, da sollte es eine Vorentscheidung geben. Ende Juni gibt Strolz den Parteivorsitz ab, der Nachfolger wird bei einer Mitgliederversammlung gewählt. Im Herbst scheidet Strolz dann auch aus dem Nationalrat aus.

Allerdings habe er, so Strolz im ORF, mit dem Parteivorstand Stillschweigen über eine etwaige Entscheidung vereinbart. Am Dienstag wolle der Vorstand zusammenkommen und Notwendiges diskutieren, am Mittwochvormittag soll dann bei einer Pressekonferenz die Nachfolgefrage öffentlich beantwortet werden. "Wir heißen nicht Liste Strolz", ergänzte der Politiker. Die Partei verfüge über eine große Bandbreite an Personal; andere bei den Neos könnten Oppositionspolitik "genauso gut wie ich". Partei- und Klubchef sollten überdies eine Person sein, Strolz wolle so "Chaos" verhindern.

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Generalsekretär Nikola Donig betonte indes bei einem "Runden Tisch" im ORF klar, dass der oder die neue pinke Parteichef/in auch den Parlamentsklub anführen werde.

"Neue Qualität" für manche "nicht nachvollziehbar"

Strolz kritisierte bei Wolf die Doppelbödigkeit mancher Meinungen zu seinem Rücktritt: "Jetzt jammern alle, dass wir so große Egos haben in der Politik", wenn einer dann gehe, sei dies dann plötzlich auch nicht in Ordnung. Die Analysen von Beobachtern, dass "irgendetwas da nicht stimmt", tat Strolz ab: Wer so etwas meine, habe ein "Fantasiedefizit". Manche würden glauben, gelernt zu haben, es sei normal, "dass man die Politik erst verlässt, wenn man hin ist vom Spitzengeschäft, oder wenn man den Sessel vor die Tür gestellt bekommt". Die Neos hätten eben eine "neue Qualität", die "nicht für alle nachvollziehbar" sei.

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Ob Strolz noch einmal auf das politische Parkett zurückkehren werde? "Ich habe keinen Plan dazu", antwortete der 44-Jährige. Eine Spitzenkandidatur für das Europaparlament schloss er jedenfalls dezidiert aus: "Man muss auch auslassen können."

Als klare Favoritin für Strolz' Nachfolge gilt übrigens die Wiener Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger. Auch der Salzburger Neos-Chef Sepp Schellhorn, der derzeit in dem Bundesland mit der ÖVP und den Grünen über eine Landesregierung verhandelt, ging gegenüber den "Salzburger Nachrichten" davon aus, dass sie neue Vorsitzende wird. Für sich selbst schloss er die Strolz-Nachfolge aus.

>>> Strolz in der "ZiB2"

>>> Bericht der "Salzburger Nachrichten"

(Red.)