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Frontex: Illegale Grenzübertritte halbiert

(c) APA/AFP
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Die meisten Bootsmigranten kommen nun nach Spanien.

Brüssel. Die Zahl der Versuche, unberechtigt in die Europäische Union zu gelangen, hat sich im ersten Halbjahr auf rund 60.430 halbiert. Das gab die EU-Grenz- und Küstenwache Frontex am Dienstag bekannt. Im jüngsten von ihr voll erfassten Monat, dem Juni, kamen in Summe etwa 13.100 Menschen – ein Rückgang gegenüber Juni 2017 um 56 Prozent.

Der Hauptgrund für diese Verminderung sei das Abflauen der Aktivität auf der zentralen Mittelmeerroute, die in erster Linie von Libyen nach Italien führt. Rund 16.100 Migranten und Flüchtlinge kamen bis Juni auf diesem Weg via Boot in Italien an. Das war im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 ein Rückgang um 81 Prozent. Mehr als ein Drittel dieser Menschen waren Tunesier und Eritreer.

 

Fahrt von Marokko aus

Hingegen ist die Route über das westliche Mittelmeer, also vorrangig von Marokko nach Spanien, seit Juni erstmals die am stärksten benutzte, um illegal in die EU zu gelangen. 6400 Menschen wurden hier allein im Juni registriert, das waren im Jahresvergleich um 166 Prozent mehr und doppelt so viele, wie im Juni über die zentrale Mittelmeerroute kamen. Die meisten von ihnen waren Marokkaner, Guineer und Malier. In Summe waren es laut Frontex im ersten Halbjahr rund 14.700 Menschen, die auf diese Weise nach Spanien gelangten.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) kommt zu ähnlichen Zahlen. 18.000 irreguläre Migranten seien bis Mitte Juli auf dem Seeweg nach Spanien gelangt, dazu kamen rund 3000 in Spaniens nordafrikanischen Enklaven Ceuta und Melilla.

Die östliche Mittelmeerroute (auf ihr kommen in erster Linie Iraker und Syrer nach Griechenland) sah im Juni auch einen starken Rückgang der Aufgriffe. Rund 3600 Menschen wurden hier von Frontex registriert, ein Drittel weniger als im Mai. Doch der Druck auf die griechisch-türkische Landgrenze stieg, weshalb in Summe im ersten Halbjahr rund 24.300 Migranten und Flüchtlinge aus der Türkei gekommen seien. (GO)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2018)