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Burgtheater

Aus dem Archiv: Hartmann beschuldigt Drozda

Matthias Hartmann.
Matthias Hartmann.(c) APA/BARBARA GINDL
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Bilanzen wurden schon früher gefälscht, so der Ex-Burgtheater-Direktor.

Straf- und zivilrechtlich ist der Streit zwischen dem Burgtheater und dem ehemaligen Direktor Matthias Hartmann seit Freitag mit einem Vergleich beigelegt – doch die Causa ist damit nicht zu Ende. Hartmann hat nun in einem Interview auf der Onlineplattform Addendum das „Wegschauen“ der Politik kritisiert. Bilanzfälschungen habe es schon unter dem früheren Geschäftsführer und späteren Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) gegeben, unter dessen Nachfolgerin Silvia Stantejsky ebenfalls – noch vor Hartmanns Bestellung. Hartmann: Der „Skandal des Burgtheaters“ habe mit der Ausgliederung begonnen. Damals, 1999, seien „ganz erhebliche Fehler gemacht“ worden, bald habe man gemerkt, dass die Mittel für die neuen GmbHs nicht ausreichten. „Und dann wurde getrickst.“

Drozda, mittlerweile SPÖ-Bundesgeschäftsführer, wies die Kritik am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Er behalte sich angesichts der „tatsachenwidrigen und rufschädigenden Behauptungen“ medien- und zivilrechtliche Schritte vor. Nach einer anonymen Anzeige sei der Vorwurf der Bilanzfälschung schon einmal Gegenstand von Ermittlungen gewesen, diese seien eingestellt worden. Auch eine 2008 durchgeführte Steuerprüfung habe nichts Inkorrektes gefunden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2018)