Victoria und ihre Kinder

Großmutter Europas

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Noch heute sind Victorias Nachkommen Königinnen und Könige. Nicht nur in Großbritannien regieren sie, sondern auch in Spanien, Schweden, Dänemark und Norwegen.

Spaß hat ihr die Schwangerschaft keinen gemacht. Und auch auf die Geburt hätte Königin Victoria am liebsten verzichtet. Ein Glück für die damals 33-Jährige, dass bei der Geburt ihres achten Kindes bereits Chloroform angewendet wurde. Das machte auch die neunte Schwangerschaft erträglicher.

Victoria und ihre große Familie verschmolzen über die Jahrzehnte der Geschichtsschreibung zu einem großen, unteilbaren Klumpen. Wie in allen Lebensbereichen setzte die Königsfamilie Standards - so führten die ursprünglich deutschen Sachsen-Coburg und Gothas den ursprünglich deutschen Christbaum in England ein -, gleichzeitig bemühte sich die Familie um ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Das war oft romatisch, oft verspielt, aber der pflichtbewusste Blick der neunfachen Eltern in Richtung dynastischen Machterhalts brach nie ab.

Doch nicht mit allen Kindern lief es so glatt wie mit Vicky. Victorias eigener Thronfolger, Prinz Albert Edward, stellte etwa einen Spezialfall dar. Zwar heiratete er die dänische Prinzessin Alexandra, doch seine Vorliebe für Affären gab er nicht auf. Im viktorianischen England war so ein Verhalten - öffentlich - fatal. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn sollte immer angespannt bleiben, nachdem Victoria schon den Charakter des Kindes argwöhnisch betrachtet hatte: Er war ihr dabei sehr ähnlich, willensstark und eigensinnig.