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Managementwahnsinn - Wahnsinnsmanagement

Was ist eigentlich Gruppendynamik?

Kolumne "Hirt on Management": Folge 106. Vom Sinn und Unsinn eines Modebegriffes.

In unserer Rubrik „Hirt on Management“ schreibt Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker alle zwei Wochen über herausfordernde Situationen und kritische Entscheidungen für Manager.

Frage: Man hört heute viel über den Begriff Gruppendynamik, ohne den kein Berater und kein Führungskräftetraining mehr aus zu kommen scheinen. Worum geht es dabei?

Bei Gruppendynamik geht es vor allem darum, wie Teams, und damit letztendlich auch die Gesamtorganisationen, für die diese Teams oftmals verantwortlich sind, optimale Ergebnisse erzielen können.

Komplexität bringt hohen Abstimmungsbedarf

Ein zentrales Problem dabei ist, dass in modernen Organisationen, insbesondere denen, die eine hohe Komplexität haben, viele Entscheidungen nicht mehr von Einzelnen alleine getroffen werden können, sondern eine ganze Menge von Personen für Entscheidungen einbezogen und „abgeholt“ werden müssen. 

Ihre Leistungsträger sind Freiwillige

Hinzu kommt, dass moderne Hochleistungsorganisationen im wesentlichen Freiwilligenorganisationen sind, die darauf angewiesen sind, dass die Mitarbeiter, insbesondere die Führungskräfte und Leistungsträger, aus innerer Überzeugung, und aktiv die Umsetzung der Unternehmensstrategie unterstützen.

Führungskräfte müssen mit Gruppen umgehen können

Deshalb ist es so wichtig, dass Führungskräfte verstehen, wie sie Gruppen moderieren und beeinflussen und welche Dynamiken dabei entstehen, und genau darum geht es bei Gruppendynamik.

Kernfragen, um die es beim Thema Gruppendynamik in meiner Sichtweise geht, sind, wie man die Arbeitsfähigkeit in der Gruppe entwickelt und aufrecht erhält, welche Optionen man für Entscheidungen in Gruppen hat, wie man wirksam auf Veränderungen der Zusammensetzung und inhaltlichen Zielrichtung der Gruppe reagiert und, vor allem, wie man aus einer Gruppe ein Hochleistungsteam macht.

Keine Zeit für Fun-Events

Ein echtes Hochleistungsteam entsteht, aus meiner langjährigen Erfahrung, aber nicht beim gemeinsamen Rafting in einem Wildbach oder ähnlichen „Fun-Events“ und Incentives auf Kosten der Aktionäre.

Die echte Fun liegt in den Ergebnissen 

Ein Hochleistungsteam entsteht, wenn unter Hochdruck, gemeinsam, anspruchsvolle, Problemstellungen angegangen und gelöst werden, die eine hohe Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens haben und dabei reflektiert und achtsam miteinander umgegangen wird. 

Es zählen die inhaltliche Perspektive und der Prozess

Der Führungskraft des Teams kommt dabei besondere Bedeutung zu, weil er oder sie sowohl die inhaltliche Perspektive und die inhaltlichen Ergebnisse des Teams beachten muss, als auch, möglichst unvoreingenommen und objektiv, die Teamdynamik und Interaktion zwischen den Teammitgliedern.

In der nächsten Kolumne erfahren Sie, mit welchen fünf Ausreden Sie jede Schuld von sich weisen, wenn einmal etwas schief geht.

 

Das Wichtigste in Kürze

Bei Gruppendynamik geht es vor allem darum, wie Teams, und damit letztendlich auch die Gesamtorganisationen, für die diese Teams oftmals verantwortlich sind, optimale Ergebnisse erzielen können.

 

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 12. September 2019 zur Frage: Mit welchen fünf Ausreden Sie jede Schuld von sich weisen, wenn einmal etwas schief geht.

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Michael Hirt ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu außergewöhnlichen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, den USA (Harvard LPSF) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

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