Austria-Gala: Die Österreicher des Jahres

In sechs Kategorien wurden am Mittwochabend in den Sofiensälen Menschen ausgezeichnet, die in ihrem jeweiligen Bereich Herausragendes leisten.

Sie leiten Konzerne, bekämpfen Verschwendung, forschen an künstlichen Organen, operieren vernarbte Kindergesichter, betreuen Jugendliche, die ihre Großeltern pflegen, und kümmern sich ehrenamtlich um Mädchen sowie Frauen, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden.

So unterschiedlich ihre Betätigungsfelder sind, so ähnlich sind sie einander in ihrer Kreativität, ihrem Mut, ihrer Selbstlosigkeit und ihrem Geschick. Deswegen wurden sie vor den Vorhang geholt und Mittwochabend bei der Austria'19-Gala in den Wiener Sofiensälen in sechs Kategorien als Österreicherinnen und Österreicher des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Denn zum 16. Mal kürte „Die Presse“ Menschen, die Herausragendes geleistet haben – und namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft folgten der Einladung des „Presse“-Geschäftsführers, Herwig Langanger, sowie des „Presse“-Herausgebers und -Chefredakteurs, Rainer Nowak.

Am Mittwochabend wurden in den Wiener Sofiensälen die Österreicher des Jahres 2019 gekürt. Zur Gala erschien eine illustre Schar von Gästen – angeführt von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein. Sie wurde von den Gastgebern des Abends – „Presse“-Geschäftsführer Herwig Langanger (l.) und „Presse“- Chefredakteur und -Herausgeber Rainer Nowak – galant emfangen.Die Presse/Clemens Fabry

Als Gäste kamen seitens der Regierung Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein sowie mehrere Minister: Alexander Schallenberg (Äußeres), Eduard Müller (Finanzen), Iris Rauskala (Bildung, Wissenschaft und Forschung) und Thomas Starlinger (Verteidigung). Außerdem auf der Gala: der Wiener Wirtschafts- und Finanzstadtrat Peter Hanke, Wolfgang Bogensberger, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Verfassungsgerichtshof-Chef Christoph Grabenwarter, Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Juliane Bogner-Strauß, ehemalige Frauenministerin, Ex-Justizminister Josef Moser, Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Lotterien, die FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner sowie Henrietta Egerth-Stadlhuber, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker. Zu den Gratulanten zählten auch die Styria-Vorstände Markus Mair, Kurt Kribitz sowie Bernhard Kiener.

Verteidigungsminister Thomas Starlinger (l.) mit Ehefrau Ursula Hanusch und Außenminister Alexander Schallenberg bei der Austria-Gala in den SofiensälenDie Presse

Leserstimmen plus Jury

Ermittelt wurden die Österreicher des Jahres wieder in zwei Stufen: „Die Presse“-Leser und User der „Presse“-Website ermittelten zunächst mit ihren Stimmen die jeweils drei Finalisten pro Kategorie, aus den drei Bestgereihten kürte schließlich eine Fachjury die Siegerinnen und Sieger. In der Kategorie Erfolg international wurde der Forscher Harald Ott ausgezeichnet. Der Tiroler lehrt an der Harvard University in Boston und leitet das Zentrum für Organ Engineering, in dem er aus Stammzellen neue Körperteile wachsen lässt.

In der Kategorie Unternehmen mit Verantwortung fiel die Entscheidung auf Walter Scherb, der den Familienbetrieb Spitz in dritter Generation leitet. Bei den beiden Sonderpreisen Digitalisierung und Innovation überzeugten Michael Plankensteiner sowie Heinrich Steininger von der Software-Firma Logi.cals und Felix Tiefenbacher sowie Wolfram Krendlesberger vom Unternehmen Heliovis, die einen neuartigen Sonnenlichtkonzentrator für große Solarkraftwerke entwickelten.

Bei den Start-ups setzte sich Cornelia Diesenreiter mit Unverschwendet durch, sie verhindert mit einem einzigartigen Konzept die Verschwendung von Obst und Gemüse. Bei der Forschung gewann Wolfgang Kern, Professor für Chemie der Kunststoffe an der Montan-Universität Leoben. Er will Kunststoffe umweltfreundlicher gestalten. In der Kategorie Kulturerbe triumphierte Burgtheater-Schauspielerin Caroline Peters.

Beim humanitären Engagement setzte sich Harald Kubiena durch. Der plastische Chirurg operiert in Afrika Kinder, deren Gesichter von der Krankheit Noma (Wangenbrand) zerfressen sind. Diese Kategorie ist die einzige, bei der nur die Leser und User über die Gewinnerin oder den Gewinner entscheiden, und auch die einzige mit einer Dotierung. Die Ränge eins bis drei erhalten jeweils 10.000 Euro. Auf den Plätzen zwei bzw. drei (ohne Reihung) landeten Christine Bodendorfer vom Verein Mädchenberatung und Anneliese Gottwald von Superhands. Zur Verfügung gestellt wird das Preisgeld von sämtlichen Partnern der Austria'19. Mit an Bord waren das Bundesministerium für Europa, Integration, Äußeres, die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die Österreichischen Lotterien, der ORF, die Wirtschaftskammer Österreich sowie (zum ersten Mal) die Stadt Wien.

Die Höhepunkte der Gala, die wieder von „Im Zentrum“-Gastgeberin Claudia Reiterer moderiert wurde, sendet der ORF am Nationalfeiertag um 23.25 Uhr (ORF2).

DIE GEWINNER

Erfolg international: Harald Ott.
Unternehmen mit Verantwortung:
Walter Scherb.

Digitalisierung (Subkategorie):
Michael Plankensteiner und Heinrich Steininger.

Innovation (Subkategorie): Felix Tiefenbacher und Wolfram Krendlesberger.

Start-ups:
Cornelia Diesenreiter.

Forschung:
Wolfgang Kern.

Kulturerbe:
Caroline Peters.

Humanitäres Engagement:
Harald Kubiena (ebenfalls unter der den Top drei: Christine Bodendorfer und Anneliese Gottwald).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2019)

Austria'19

Das Siegerfoto mit allen Österreicherinnen und Österreichern des Jahres, den Partnern der einzelnen Kategorien und der „Presse“-Spitze bildet jedes Jahr den Schlusspunkt der Verleihung.
Austria'19

Die Gala der Außergewöhnlichen

Für ihre Spitzenleistungen prämierte „Die Presse“ erneut die Österreicher des Jahres. Zu den Gratulanten zählte auch Kanzlerin Brigitte Bierlein – für sie ein Zeichen der Solidarität und eine weitere „schöne Erinnerung“ an die Sofiensäle.
Wolfgang Kern, Gewinner in der Kategorie Forschung, möchte mit seiner Arbeit dem Kunststoff ein positiveres Image verleihen.
Austria'19

Was Licht alles bewirken kann

Die erste Trophäe des Abends ging an den Kunststoff-Chemiker Wolfgang Kern aus Leoben. Sein Team nutzt UV-Licht, um Polymere umweltfreundlich zu verarbeiten.

Austria 19

Austria 19

Das sind die Österreicherinnen und Österreicher des Jahres

Die "Presse" vergab zum 16. Mal die begehrten Auszeichnungen.

Erfolg international

Harald Ott
Erfolg international

Harald Ott: "Wir arbeiten hinter dem Vorhang"

Der gebürtige Innsbrucker Harald Ott forscht in den USA an der Herstellung künstlicher Organe – bereits in zehn Jahren will er sie „in Serie“ züchten.

Humanitäres Engagement

Gewinner
Humanitäres Engagement

Hinsehen lernen, Hilfe leisten

Der Chirurg Harald Kubiena wurde für seinen Einsatz für Kinder, deren Gesichter aufgrund der Krankheit Noma zerfressen sind, ausgezeichnet.

Kulturerbe

Christian Kircher nahm die Austria'19-Trophäe stellvertretend für die erkrankte Schauspielerin Caroline Peters entgegen.
Kulturerbe

„Schauspielerin von Weltformat“

Seit 2004 begeistert Caroline Peters als Ensemblemitglied des Burgtheaters. Ihr Repertoire reicht von den großen Tragödinnen bis zu den tollsten Komödiantinnen.

Sonderpreise

Michael Kübeck (v. l.), Michael Plankensteiner (Logi.cals), Ulrike Rabmer-Koller, Karlheinz Kopf (WKÖ), Felix Tiefenbacher, Wolfram Krendlesberger (Heliovis).
Sonderpreise

„Innovation kann lang dauern“

Die Software von Logi.cals findet sich in jedem dritten Wasserkraftwerk der Welt. Und Heliovis fängt Sonne im Plastikschlauch ein. Die beiden Unternehmen wurden in den Subkategorien Digitalisierung und Innovation prämiert.

Unternehmen mit Verantwortung

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf und Moderatorin Claudia Reiterer
Unternehmen mit Verantwortung

„Die Reise hat gerade erst begonnen“

Der Lebensmittelhersteller Spitz hat wieder einen Chef aus der Eigentümerfamilie. Mit 100 Millionen Euro sollen dort Computer die Zettelwirtschaft ersetzen – ohne, dass Mitarbeiter abgebaut werden.

Start-ups

Cornelia Diesenreiter, Gewinnerin in der Kategorie Start-ups
Start-ups

Von Früchten des Erfolgs

Durch Cornelia Diesenreiters Unternehmen Unverschwendet landen Gemüse und Obst nicht im Müllcontainer, sondern im Magen – im Form von Chutneys und Co. Das einzigartige Konzept brachte der 32-Jährigen nun die Auszeichnung.