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Iran: Mehrere Festnahmen wegen Flugzeugabschusses

Das iranische Regime will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen: Präsident Rouhani in einer Fernsehansprache.APA/AFP/IRANIAN PRESIDENCY/-

„Das war ein unverzeihlicher Fehler“, sagt Präsident Hassan Rouhani. Bei dem Abschuss der ukrainischen Maschine durch Irans Militär waren 176 Menschen ums Leben gekommen.

Im Iran sind mehrere Personen staatlichen Angaben zufolge wegen ihrer Rolle bei dem Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs festgenommen worden. Details nannte Justizsprecher Gholamhossein Esmaili am Dienstag nicht. Präsident Hassan Rouhani sagte in einer TV-Ansprache, alle Verantwortlichen würden bestraft. "Das war ein unverzeihlicher Fehler."

Es sei ein "guter erster Schritt", dass die Streitkräfte ihren Fehler zugegeben hätten ."Dieser Fall ist kein normaler Fall und er muss von einem Sondergericht und verschiedenen Experten gründlich und lückenlos untersucht werden.“ Alle Einzelheiten sollten transparent untersucht und egal mit welchem Ergebnis publik gemacht werden. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Seine Regierung sei den Iranern und anderen Nationen, die bei dem Absturz Todesopfer zu beklagen hatten, zur Rechenschaft verpflichtet.

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30 Demonstranten festgenommen

Der Iran hatte am Samstag nach tagelangem Leugnen zugegeben, dass der Absturz der Passagiermaschine am vergangenen Mittwoch nicht auf einen Defekt zurückging, sondern durch einen Raketenbeschuss verursacht wurde. Dies sei unabsichtlich geschehen. Die Revolutionsgarden übernahmen die Verantwortung. Alle 176 Insassen starben, darunter viele Iraner mit doppelter Staatsbürgerschaft. Das Verhalten der Behörden löste nicht nur international, sondern auch im Iran scharfe Kritik an der Führung aus. In mehreren Städten kam es zu Protesten.

Nach den Demonstrationen nahmen die Behörden am Dienstag rund 30 Menschen fest. Ihnen werde eine Teilnahme an verbotenen Versammlungen vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Justizbehörde am Dienstag laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim.

(Reuters)

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