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Auswirkungen auf die Wirtschaft

Coronavirus: Atemmasken für Flugbegleiter, keine China-Reisen bei Industrie

(c) REUTERS (ELOISA LOPEZ)
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China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und eng mit der globalen Wirtschaft vernetzt. Daher hat das neue Coronavirus starke Auswirkungen auf Fluglinien, Industriebetriebe, die in China Niederlassungen betreiben, und den Tourismus – sowohl in China als auch in Österreich.

Wien. Verlängerte Neujahrsferien, eingeschränkte Verkehrsmittel, geschlossene Fabriken und Büros – das neue Coronavirus hat das öffentliche Leben in China auch abseits der Millionenmetropole Wuhan in den vergangenen Tagen deutlich verändert. Das hat auch Einfluss auf heimische Unternehmen, die mit China geschäftlichen Kontakt haben oder dort Niederlassungen betreiben.

Besonders exponiert sind hierbei vor allem die Mitarbeiter der AUA, die neun Flüge pro Woche nach Peking oder Shanghai durchführt. Diese werden weiterhin planmäßig durchgeführt. Allerdings hat das fliegende Personal der AUA die Erlaubnis, sich wegen des Coronavirus während der Flüge mit Masken zu schützen. Seit Ausbruch der Lungenkrankheit stehen den Crews außerdem zusätzliche Atemschutzmasken für den Aufenthalt in der Volksrepublik zur Verfügung, heißt es bei der zur Lufthansa gehörenden heimischen Fluglinie.

 

Keine Ansteckung im Flugzeug

Aus medizinischer Sicht sei es aber nicht nötig, an Bord eine Maske zu tragen, da das Risiko, sich während einer Flugreise mit dem Virus anzustecken, extrem gering sei. „Unsere Flugzeuge sind mit Filtern ausgestattet, die die Kabinenluft reinigen – der Standard dieser Filter entspricht jenen in klinischen Operationssälen“, so ein Sprecher der AUA. Die Kabinenluft sei „sauberer als jene, die der Mensch auf der Erde einatmet“. Darüber hinaus findet die Luftströmung in Flugzeugen von oben nach unten statt. Eine horizontale Luftströmung seitwärts oder in Längsrichtung findet nicht oder kaum statt.

Wirtschaftlich merkt die AUA das Coronavirus schon. Wegen des von der chinesischen Regierung verhängten Gruppenreiseverbots gebe es bereits „erste Stornierungen oder Umbuchungen“ von Reisegruppen aus China. Die langfristigen Auswirkungen der Reisebeschränkungen seien abzuwarten.

Auch das Verkehrsbüro, Österreichs größter Tourismuskonzern, hat vereinzelte Stornierungen von Gruppenreisen aus China verzeichnet. Die Stadt Innsbruck musste überhaupt schon 50 Gruppen-Stornierungen hinnehmen, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ am Dienstag. Im bei Chinesen extrem beliebten Weltkulturerbe-Ort Hallstatt im Salzkammergut haben ebenfalls schon einige chinesische Touristen ihre Aufenthalte storniert, weil sie ihre Heimat nicht verlassen dürfen.

Das Coronavirus ist aber auch für Österreicher ein Thema, die vorhaben, nach China zu fliegen. Touristen, die aufgrund des Virus nun doch nicht fliegen wollen, können von ihrer Reise womöglich kostenlos zurücktreten oder sie verschieben. „Außergewöhnliche Umstände“ am Reiseziel berechtigen zu einem kostenlosen Rücktritt von einer Pauschalreise, so der Verein für Konsumenteninformation (VKI) am Dienstag.
Ob diese Umstände vorliegen, ist aber letztlich eine Einzelfallfrage und vorab nicht sicher und allgemein zu beantworten, warnen die Verbraucherschützer.

 

Wer zurück will, darf zurück

Bei heimischen Unternehmen mit Niederlassungen in China wurden entsprechende Dienstreisen meist vorübergehend eingestellt. So erklärte der steirische Leiterplattenhersteller AT&S, dass Reisen vom Vorstand genehmigt werden müssten. Auch bei der Voest können heimische Expats in China nach Österreich zurück, wenn sie das wollen. Ähnlich die Vorgangsweise bei Lenzing, Miba oder der Agrana. Bei Lenzing gebe es auch für die chinesischen Mitarbeiter „sehr strenge Kontrollmaßnahmen“, und man achte genau darauf, wo sie unterwegs seien. (jaz/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2020)