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Coronavirus

Elf Tote bei Gefängnisrevolte in Italien

Gefängnisinsaßen auf dem Dach des Gefängnisses San Vittore in Mailand.
Gefängnisinsaßen auf dem Dach des Gefängnisses San Vittore in Mailand.APA/AFP/MIGUEL MEDINA
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Wegen Restriktionen aufgrund der Coronavirus-Epidemie ist es am Wochenende in mehreren italienischen Gefängnissen zu Aufständen gekommen.

Bei den Revolten, die in rund 30 italienischen Gefängnissen ausgebrochen sind, steigt die Zahl der Opfer. Bis Dienstagnachmittag wurden insgesamt elf Tote und mehrere Verletzte verzeichnet. Allein in der Strafanstalt der norditalienischen Stadt Modena stieg die Zahl der Todesopfer nach Unruhen am Dienstag auf acht. Drei Insassen kamen im Gefängnis der Stadt Rieti nördlich von Rom ums Leben.

Bei heftigen Protesten in der Strafanstalt in Rieti plünderten einige Sträflinge die Krankenabteilung des Gefängnisses und nahmen Medikamente, vermutlich Methadon, ein. Drei Personen starben an einer Überdosis, fünf weitere landeten im Spital, berichteten italienische Medien.

Besuche von Verwandten ausgesetzt

In rund 30 Gefängnissen des Landes sind seit Sonntag Revolten im Gange. Grund für die Proteste sind auch Maßnahmen gegen das Coronavirus. So wurden Besuche von Verwandten ausgesetzt. Die Insassen beklagten zudem schlechte hygienische Zustände in den stark überfüllten Strafanstalten.

Laut Medien flüchteten rund 50 Gefangene aus der Strafanstalt der süditalienischen Stadt Foggia, rund 30 wurden wieder festgenommen. 22 Entflohene sind noch auf der Flucht und werden in ganz Italien gesucht.

Premier Giuseppe Conte verurteilte die Gefängnisrevolten. Die Regierung werde sich um höchste Sicherheitsmaßnahmen in den Haftanstalten bemühen. Revolten, Insassenflucht und Verwüstungen seien jedoch nicht tolerierbar, sagte Conte.

Im österreichischen Strafvollzug hat man unterdessen auf die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Krise und den Anstieg der Infektionen mit SARS-CoV-2 reagiert. In der Justizanstalt Wien-Josefstadt - mit durchschnittlich 1150 Insassen das größte Gefängnis des Landes - wurden weitere Präventivmaßnahmen gesetzt.

(APA)