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Russland

Coronavirus: Nun schaltet sich auch der Kreml ein

Putin besuchte das Moskauer Infektionsspital Kommunarka.APA/AFP/SPUTNIK/ALEXEY DRUZHININ
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Russlands Präsident äußerte sich in einer Rede an die Bürger erstmals zur Coronavirus-Krise. Die Russen bekommen eine Woche frei, Geschäfte und Restaurants schließen vorerst. Putins Verfassungsreferendum wird verschoben. Und betroffene Betriebe, sozial Schwache und Familien sollen staatlich unterstützt werden.

Einen Tag, nachdem er im gelben Ganzkörper-Schutzanzug Covid-Kranke im Moskauer Infektionsspital Kommunarka besucht hatte, wandte sich Wladimir Putin erstmals zu dem Thema in einer Rede an die Nation. Der russische Staat sorge sich um das „Leben und Wohl der Bürger“, sagte der 67-Jährige, der den Ärzten und Krankenschwestern für ihren Einsatz dankte. Viel hänge jetzt davon ab, die Ratschläge der Experten und Behörden zu befolgen. „Das sicherste ist jetzt, zu Hause zu bleiben“, sagte der Präsident, der in den letzten Tagen wie gewohnt viel im Land herumgereist war. Das Coronavirus könne jeden treffen. Er appellierte an „Disziplin und Verantwortung“ der Russen. Das Wort Quarantäne nannte er nicht.

Gleichzeitig erklärte Putin die nächste Woche zur allgemeinen Urlaubswoche – mit Lohnfortzahlung. Nur Apotheken und Lebensmittelgeschäfte sollen offen halten; Cafés, Restaurants, Geschäfte und Vergnüngsparks werden vorerst für eine Woche geschlossen. Der Präsident zeigte sich als gütiger Landesvater. Er will die Krise sozial abfedern: Putin kündigte eine verlängerte Auszahlung von Sozialhilfen, Kulanz bei der Rückzahlung von Verbraucherkrediten, eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und Erleichterungen für von der Krise betroffene Betriebe kündigte an. Auch die Erhöhung der Kapitalertragssteuer für Vermögen ab einer Million Rubel ist vorgesehen.