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Unternehmen mit Verantwortung

„Wer jetzt smart ist, wird punkten“

�Neues Erm�glichen�: WK� und BMK Innovationslabor AIRlabs Austria starten Partnerschaft f�r innovatives Drohnen-Testen
Wirtschaftskammerpräsident Mahrer ortet bei Unternehmen großes Interesse an der Investitionsprämie.(c) WKÖ/DMC (Marek Knopp)
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Wirtschaftskammerpräsident Mahrer sieht auf manchen Exportmärkten einen „Silberstreif am Horizont“. Es sei gelungen, die Inlandsnachfrage zu stabilisieren. Stark betroffene Branchen wie der Städtetourismus brauchen mehr Hilfe.

Wien. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer ist froh, dass es nun auch eine Außenhandelsstelle in Vietnam gibt. Zwar ist coronabedingt derzeit kaum an eine Geschäftsreise nach Asien zu denken, aber die Geschäftsanbahnung läuft nun eben auf digitalem Weg, über Livestream und dergleichen. „Denn das Interesse an neuem Geschäft ist da“, sagt Mahrer. Vor allem in Asien werden viele Länder auch im Corona-Jahr ein Wirtschaftswachstum schaffen. In Vietnam ist gar von einem Plus von drei Prozent die Rede. „Wer jetzt smart ist, wer sich jetzt bemüht, wird punkten“, ist Mahrer überzeugt. Er berichtet von heimischen Unternehmen, die tatsächlich ihre Mitarbeiter in diese Hoffnungsmärkte entsenden, „knallhart“ die 14 Tage Quarantäne in Kauf nehmen, aber dafür am Ball bleiben. „Weil es notwendig fürs Geschäft ist“, weiß Mahrer. Derartige Entwicklungen und Meldungen seien ein „Silberstreif am Horizont“. Wer den „Extrakilometer“ gehe, werde erfolgreich sein. Gerade in derart schwierigen Zeiten, ist der Wirtschaftskammerpräsident überzeugt.

Eines sei klar: „Der Welthandel wird nicht aufhören, er wird sich verlagern und intensivieren.“ Deshalb habe sich die Wirtschaftskammer auch entschlossen, mehr Augenmerk auf Afrika zu legen. Die Länder dort „überspringen ganze Technologieniveaus“, sagt der Sozialpartner und ortet vor allem in nachhaltigen Energiekonzepten, Umwelttechnik und Abfallvermeidung großes Potenzial für österreichische Unternehmen. „Da gibt es viele Chancen, weil wir gut positioniert sind.“ Mahrer denkt aber auch an den Gesundheitsbereich. Corona habe gezeigt, dass hier viele Länder bei Weitem nicht so gut aufgestellt sind wie Österreich. Und auch auf dem Gebiet Spitalbau und Pharmazie gebe es viel Know-how made in Austria.

Gerade die Exportwirtschaft zeige, wie unterschiedlich die Verhältnisse seien. Während die Wirtschaft in Asien Fahrt aufnimmt, die Geschäfte mit dem wichtigsten Handelspartner Deutschland „verhältnismäßig gut“ laufen, sieht es etwa in den USA äußerst düster aus. Die massive Einschränkung der Reisetätigkeit bekommt nicht nur der Tourismus zu spüren, sondern etwa auch Anlagenbauer. Beim Neukundengeschäft sei persönlicher Kontakt extrem wichtig, betont Mahrer.
Während viele Unternehmen auf den internationalen Exportmärkten de facto „Passagier“ sind, sei es in Österreich gelungen, die Kaufkraft zu stabilisieren. Kurzarbeit und Steuersenkungen haben dazu beigetragen, dass die meisten Menschen ein nahezu ähnliches Nettoeinkommen haben.

Deshalb sei es auch gelungen, das Ausbleiben ausländischer Touristen mit heimischen Gästen abzufedern. Auch im Handel gebe es Branchen, etwa den Sportartikelhandel, denen es verhältnismäßig gut geht, hingegen könne der Modehandel die Einbußen durch den Lockdown nicht kompensieren. Da würden allerdings „zielorientierte Maßnahmen wie der Fixkostenzuschuss und Verlustvorträge“ dazu beitragen, dass „man in vielen Branchen mit einem blauen Auge davonkommt“.

Investitionsprämie ist wichtig

Als wichtiges Instrument, die heimische Wirtschaft anzukurbeln, sieht Mahrer die Investitionsprämie. Wer heuer neu investiert, bekommt vom Staat sieben Prozent der Kosten ersetzt, bei Investitionen in Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien sind sogar 14 Prozent Förderung möglich. Schon nach wenigen Tagen sei klar, dass diese Initiative bei den Unternehmen „extrem gut angekommen“ ist, sagt Mahrer. Dennoch werde es bei den Investitionen heuer eine Delle geben, aber durch die staatliche Förderung werde ein wichtiger „Brückeneffekt“ erzielt. Nach wie vor wichtig sei es, dass die Kurzarbeit über den Winter verlängert worden ist, sodass bei vielen Industrieunternehmen erst jetzt die Auftragslage zurückgeht.