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Was über Tirol weniger bekannt ist: Innsbruck ist die Studentenstadt schlechthin.
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Österreich

So sind sie nicht: Es gibt auch ein anderes Tirol

Das Klischee der trotzigen „Mir sein mir“-Mentalität wurde während Corona von einigen bestätigt – aber stimmt es für ganz Tirol? Ein differenzierter Blick auf Land und Leute: über ein Bundesland, das diverser ist, als es scheint.

Zugegeben: Tirol hat es Restösterreich sehr leicht gemacht. Wenn ein Tiroler (und nein, hier muss man nicht gendern) zuletzt über die Landesgrenzen hinweg auffiel, war er immer ÖVP-Kammerpräsident, grantig, trotzig und fühlte sich von Wien ungerecht behandelt. Das zeichnete das Bild noch einmal deutlich vor, das man außerhalb Tirols ohnehin von dem Bundesland hat: Ein konservativ geführtes Volk voller Schützen, Macho-Gehabe und „Mir sein mir“-Mentalität.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, immerhin selbst Tiroler, würde an dieser Stelle vermutlich einwerfen: So sind wir nicht. Mit Tiroler Idiom, natürlich. Denn Tirol ist eben nicht nur „oans“, um gleich noch ein Klischee zu bemühen. Das Land hat mehr Gesichter als die, die man zuletzt zu sehen bekam.

Eines davon ist Marianne Götsch, 27 Jahre alt, Familie „seit Achtzehnhundertirgendwas in Haiming“, Gewässerschutzexpertin vom WWF Österreich. „Tirol sind nicht nur die, die laut grobe Meldungen schieben“, sagt sie. „Es wäre schade, denjenigen die Bühne zu überlassen, die ein Bild von vor 100 Jahren zeichnen. So sind wir nicht mehr“. Es gebe in Tirol „viele engagierte Köpfe, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Deswegen bin ich hier am richtigen Fleck“. Es stehe auch „verdammt viel auf dem Spiel“: Wie die Naturräume als Hotspot der Artenvielfalt. Vor allem in der jungen Generation „steigt das Umweltbewusstsein ganz massiv“. Götsch selbst kämpft gegen die Errichtung von „zerstörerischen Wasserkraftwerken“ an der Isel. Ein Treffen mit dem zuständigen Landesrat Josef Geisler (ÖVP) endete damit, dass er sie sexistisch beschimpfte. „Auch wenn das Ganze natürlich erschreckend war, habe ich eine sehr starke Solidarisierung gespürt, auch tirolweit.“ Das habe ebenfalls gezeigt: „Tirol ist mehr.“